der Weise der Aerzte, wenn sie ein Glied abschneiden; sodann nahm ich mein schärfstes Messer, und schnitt mit einem Zug die Kehle durch. Aber welcher Schrecken! die Todte schlug die Augen auf, schloß sie aber gleich wieder, und in einem tiefen Seufzer schien sie jetzt erst ihr Leben auszuhauchen. Zugleich schoß mir ein Strahl heißen Blutes aus der Wunde entgegen. Ich über­zeugte mich, daß ich erst die Arme getödtet hatte; denn daß sie todt sey, war kein Zweifel, da es von dieser Wunde keine Ret­tung gab. Ich stand einige Minuten in banger Beklommenheit über das, was geschehen war. Hatte der Notbmantcl mich be­trogen? oder war die Schwester vielleicht nur scheintodt gewesen? das letztere schien mir wahrscheinlicher. Aber ich durfte dem Bru­der der Verstorbenen nicht sagen, daß vielleicht ein weniger rascher Schnitt sie erweckt hätte, ohne sie zu todten, darum wollte ich den Kopf vollends ablösen; aber noch einmal stöhnte die Sterbende, streckte sich in schmerzhafter Bewegung aus und verschied; da über­mannte mich der Schrecken; ich stürzte schaudernd aus dem Ge­mach. Aber draußen im Gang war es finster: denn die Lampe war verlöscht, keine Spur von meinem Begleiter war zu entdecken, und ich mußte aufs Ungefähr mich im Finstern an der Wand fort­bewegen, um an die Wendeltreppe zu gelangen. Ich fand sie end­lich und kam halb fallend, halb gleitend hinab. Auch unten war kein Mensch. Die Thüre fand ich nur angelehnt, und ich athmete freier, als ich aus der Straße war; denn in dem Hause war mir ganz unheimlich geworden. Von Schrecken gespornt, rannte ich in meine Wohnung und begrub mich in die Polster meines La­gers, um das Schreckliche zu vergessen, das ich gethan hatte. Aber der Schlaf floh mich und erst der Morgen ermähnte mich wieder, mich zu fassen. Es war mir wahrscheinlich, daß der Mann, der mich zu dieser verruchten That, wie sie mir jetzt schien, verführt