61

gewesen, und ihr habt euch meiner angenommen « Doch der Kauf wurde, zu großem Trost für die edlen Gefangenen, wieder rückgängig gemacht. Nichts desto weniger brachte er auf andere Art noch einige hundert Rubel für sie zusammen, und nöthigte sie, was er hatte von kostbarem russischen Pelz­werk mitznnehme», um es unterwegs zu verkaufen, wenn sie Geldes bedürftig wären, oder Einem ein Unglück widerführe. Den Abschied will der Hausfreund nicht beschreiben. Keiner, der dabei war, vermag es. Sie schieden unter tausend Se­genswünschen und Thränen des Dankes und der Liebe, und der Schneider gestand, daß dieses für ihn der schmerzlichste Tag seines Lebens fei. Die Reisenden aber sprachen unterwegs un­aufhörlich und noch immer von ihrem Vater in Pensa; und als sie in Bialystock in Polen wohlbehalten ankamen und Geld antrafen, schickten sie ihm dankbar das vorgeschoffene Reise­geld zurück.

Das war das Gottcskind, Franz Anton Egetmaier, Schneidermeister in Asien. Der Hausfreund wird im künfti­gen Kalender noch ein freudiges Wort von ihm zu reden wissen, und es wäre nimmer der Mühe werth, einen Kalender zu schreiben, wenn sich die geneigte» Leser nicht auf sein Bild- niß freuen wollten, was er ihnen zu stiften verspricht.

28 . Ein Sprichwort.

Es ist nicht Alles Gold, was glänzt.« Mancher, der nicht an dieses Sprichwort denkt, wird betrogen. Aber eine andere Erfahrung wird noch öfter vergessen:Manches glänzt nicht und ist doch Gold," und wer das nicht