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glaubt, und nicht daran denkt, der ist noch schlimmer daran. In einem wohlbestellten Acker, in einem gut eingerichteten Gewerbe ist viel Gold verborgen, und eine fleißige Hand weiß es zu finden, und ein ruhiges Herz dazu, und ein gutes Gewissen glänzt auch nicht, und ist »och mehr als Goldes werth. Oft ist gerade da am wenigsten Gold, wo der Glanz und die Prahlerei am größten ist. Wer viel Lärm macht, hat wenig Muth. Wer viel von seinen Thalern redet, hat nicht viel. Einer prahlte, er habe ei» ganzes Simri Dukaten daheim. Als er sie zeigen sollte, wollte er lange nicht daran. Endlich brachte er ein kleines rundes Schächtelein zum Vorschein, das man mir der Hand decken konnte. Doch half er sich mit einer gute» Ausrede. Das Dukatenmaß, sagte er, sei kleiner als das Frnchtmaß.
29. Line Denkwürdigkeit aus dem Morgenland.
In der Türkei, wo es bisweilen etwas ungerade hergehen soll, trieb ein reicher und vornehmer Mann einen Armen, der ihn um eine Wohlthat anflehte, mit Scheltworten und Schlägen von sich ab, und als er ihn nicht mehr erreichen konnte, warf er ihn noch mit einem Stein. Die es sahen, verdroß es, aber Niemand konnte errathen, warum der arme Mann den Stein aufhob, und ohne ein Wort zu sagen, in die Tasche steckte, und Niemand dachte daran, daß er ihn von nun an bei sich tragen würde. Aber das that er. Nach Jahr und Tag hatte der reiche Mann ein Unglück, nämlich er verübte einen Spitzbubenstreich und wurde deßwegen nicht nur seines Vermögens verlustig, sondern er mußte auch, nach dortiger Sitte, zur Schau und Schande rückwärts auf einen

