103

50. Der Kommandant und die badischeu Jäger in Hcrsfeld.

Folgende Begebenheit verdient, daß sie im Andenken bleibe; und wer keine Freude daran hat, den will ich nicht loben.

Im vcrstoffenen Winter, als die französische Armee und ein großer Theil der bundesgenösstschen Truppen in Polen und Preußen stand, befand sich ei» Theil des badischen Jägerregiments in Hessen und in der Stadt Hersfeld auf seinem Posten. Denn dieses Land hatte der Kaiser im An­fang des Feldzugs eingenommen, und mit Mannschaft besetzt. Da gab es nun von Seiten der Einwohner, denen das Alte besser gefiel, als das Neue, mancherlei Unordnungen, und es wurden besonders in dem Orte Hersfeld mehrere Widersetz­lichkeiten ausgeübt, und unter andern ein französischer Offizier geiödtet. Das konnte der französische Kaiser nicht geschehen lassen, während er mit einem zahlreichen Feind im Angesicht kämpfte, daß auch hinter ihm Feindseligkeiten auöbrachcn und ein kleiner Funke sich z» einer großen FcuerSbrunst entzün­dete. Die armen Einwohner von Hersfeld bekamen daher bald Ursache, ihre unüberlegte Kühnheit zu bereuen. Denn der französische Kaiser befahl, die Stadt HcrSfcld zu plün­dern und alsdann an vier Orten anzuzünden und in die Asche zu legen. Dieses Hersseld ist ein Ort, der viele Fa­briken und daher auch viele reiche und wohlhabende Ein­wohner und schöne Gebäude hat, und ein Menschenherz kann wohl empfinden, wie es nun den armen Leuten, den Bätern und Müttern zu Muthe war, als sie die Schreckenspost ver-