Noch immer entbehrt Deutschland einer in Deutschland selbst gedruckten Ausgabe von Pla- tens Polenliedern! Die vielfache Schmach, die das Polizeircgimcnt über unser deutsches Volk häufte, spiegelt sich auch darin, daß das herrlichste, mannhafteste, tief begeistertste Frciheitslicd, das je einer deutschen Dichterbrust entquoll, inS Aus- land flüchten mußte, um auf dunkeln Schleichwegen wieder zurückzukehren in die Heiinat, an das warme Herz weniger Eingeweihten. Aber auch seit dem März 1848, wo ein kräftigerer Luftzug die dumpfe Atmosphäre des Vaterlandes zu reinigen begann, hat noch kein deutscher Verleger sich und seine Firma durch Herausgabe der Platenschen Polenlicder geehrt! Die Cot- ta'schen Ausgaben, wohl aus zarter Rücksicht für das musenfreundliche Herz des großen Czarcn, entbehren noch immer, trotz öffentlicher Anfforderung an die freiherrlichc Verlagshandlung, dieses edlen Kleinods, ohne welches die Krone des Dichters nur in matterem Feuer leuchtet. Soll nun aber das deutsche Volk unter solcher Engherzigkeit leiden? Die Pflicht gegen die Nation, die heilige Pflicht gegen die Manen unseres Dichters

