anlaßt, diejenigen Dichtungen PlatenS, die von seiner großen, männlichen Seele am lautesten Zeug­niß geben und die bisher am wenigsten dem deutschen Volke zugänglich waren, seine bisher nur in Straß­burg (!) gedruckten Polenliedcr zum erstenmale durch eine deutsche Ausgabe auch zum äußer­lichen Nationalcigcnthume zu machen. Mögen diese Gesänge, die mit prophetischem Geiste vor 18 Jah­ren gleichsam wie für den jetzigen Augenblick, wo die Schmach des russischen Bündnisses entehrender als je auf Deutschland lastet, gedichtet wurden, mit der ganzen hinreißenden Gewalt des großen Genius, mit dem ganzen wunderbaren Reiz einer neuen Schöpfung in das Herz unseres abermals betroge­nen Volkes eingreifen und daö jetzt nur noch schwach glimmende Feuer weltgeschichtlicher That­kraft, ohne welche ein Volk weder Ehre, noch Frei­heit, noch Größe gewinnen kann, zur mächtigen Gluth anfachen helfen, auf daß endlich einmal die Stunde komme, wo des Dichters bitter ernstes Wort veraltet sein wird:

Ich weiß es längst, man kann hicnieden Nichts Schlechtres als ei» Deutscher sein.

Frankfurt a. M. den 18. Juni 1849,

am Tage der brutalen Sprengung des ersten deutschen Parlament-!

L.