Kräutlern Geünlü.
Drei Monate nach ihres Vaters Tode wurde Frieda geboren. Ihre Mutter, die schon ein vierjähriges Töchterchen, Trautchen, besaß, war arm und ohne Freunde: sie sah der Zukunft mit großer Sorge entgegen. Sie beschloß daher, in der Hoffnung auf ein reiches Geschenk, das sie aller Not entheben möchte, die mächtige und gütige Fee Benigna einzuladen, eine Patenstelle bei der Verwaisten anzunehmen. Es bedurfte dazu keines dringlichen Bittens, ohne Zögern willigte die Fee in das Gesuch Frau Lisbeths ein.
Der Tag der Taufe war gekommen, und Frau Lisbeth hatte gethan, was in ihren Kräften stand, der Umgebung und dein Festmahl einen Anstrich von Wohlhabenheit zu verleihen. Genau um die festgesetzte Stunde gesellte sich zu den wenigen geladenen Gästen eine Frau voll Anmut und Hoheit, welche niemand kannte als nur die Mutter des Täuflings, die sich tief vor ihr verneigte. Die Fremde trug ein weißes Gewand, dessen rauschende Schleppe weithin den Fußboden deckte; es war geschmückt mit zierlichen, seltsamen Blüten, wie sie in keinem Walde noch Garten gedeihen, voll süßesten Duftes. Dieser Duft, weder betäubend, noch berauschend, sondern fast unmerkbar zart

