Straßen, und kam einer zu Pferde und machte bekannt, die Königstochter suche einen Gemahl; wer sich aber um sie bewerben wolle, der müsse eine schwere Auf- * gäbe vollbringen, und könne er es nicht glücklich ausführen, so habe er sein Leben verwirkt. Viele hatten es schon versucht, aber vergeblich ihr Leben daran gesetzt. Der Jüngling ward, als er die Königs­tochter sah, von ihrer großen Schönheit so angezogen, daß er alle Gefahr vergaß, vor den König trat und ? sich als Freier meldete.

Alsbald ward er hinaus aus Meer geführt und vor seinen Augen ein goldener Ring hineingetvorfen. Dann hieß i!>n der König, diesen Ring aus dem Meeresgrund . tvieder hervorzuholen, lind fügte hinzu:Wenn du ohne ihn wieder in die Höhe kommst, so bist tut ver­loren." Alle bedauerten den schönen Jüngling und ließen ihn dann einsam am Meere zurück. Traurig stand er am Ufer und überlegte, was er wohl thun sollte; da sah er aus einmal drei Fische daher schwim­me», und es waren keine andern, als jene, welchen er das Leben gerettet hatte. Der mittelste hielt eine Muschel im Munde, die er an beu Strand zu den Füßen des Jünglings hinlegte, und als dieser sie aufhob und öffnete, so lag der Goldring darin. Voll Freude brachte er ihn dem Könige und erwartete, . daß er ihm den verheißenen Lohn getvähren tvürde. Die stolze Königstochter aber ivollte ihn nicht eher nehmen, als bis er eine zweite Aufgabe gelöst habe. Sie ging hinab in den Garten und streute selbst zehn Säcke voll Hirse ins Gras.Die muß er morgen, ehe die Sonne hervor kommt, aufgelesen haben," sprach sie,und darf kein Körnchen fehlen." Der