andern, und wenn es so fortgeht, werden wir nächstens die Steuern versteuern müssen. Da lobe ich mir Amerika, das Land des Goldes und der Freiheit! Steuern sind nicht, Polizei is nich. Alles Freiheit und Gleichheit! Der Präsident hat eben so wie der Arbeiter nur einen blauen Kittel an; die Diamanten wachsen wild und die wilden Ochsen sind so zahm, daß sie sich ganz ruhig greifen lassen und ihr schönes Fleisch umsonst hergebe». Die Schweine haben gar keine Beine, die werden ganz gekocht und werden dann zu einer großen Wurst gemacht. So ein Indianer giebt für einen Schnaps einen ganzen Wald und stopft noch als Zugabe eine Pfeife. Kurz und gut, wer in Amerika ist, ist so gut wie im Paradies!" — „Da wundert's mich aber doch, daß Ihr Euch hier in diesem elenden Lande aufhaltet, und nicht schon lange in dem gesegneten Lande da drüben seid", sagte Vater Hein. „Daß ich noch hier sitze, geschieht nur aus Menschenliebe; wer sollte den» sonst den Menschen zu ihrem Glücke verhelfen, wenn sich nicht in verschiedenen Orten Leute opfern wollten für ihre Brüder, wie ich es hier thue? Wer würde denn sein Glück drüben in der neuen Welt suchen, wenn er nicht dazu aufgemuntert würde! 'Niemand! Ihr wäret auch gewiß nicht auf den klugen Gedanken gekommen, wenn Ihr nicht meine Anzeigen gelesen hättet." „Ach, was Ihr denkt! ich wäre auch ohne Euch hinüber gereist, denn ich folge einer inneren Stimme, die mir, so lange ich lebe, immer wieder sagt: Dort wirst du dein Glück machen; d'rum kommen Sie, machen wir die Sache so schnell wie möglich ab, ich habe nicht lange Zeit, um so mehr aber noch zu ordnen, das können Sie sich übrigens wohl denken." Die Beiden machten nun Alles ab, und als Vater Hein alles Nöthige erfahren hatte, zahlte er sein Geld und empfahl sich. Schon in der Thür stehend, konnte er aber doch nicht umhin, den Vermittler noch zu fragen: „Aber Ihr wäret doch schon driiben in der neuen Welt, nicht wahr?" „Nein, leider noch nicht", sagte Jener. „Aber nächstes Jahr will ich einmal nach Hamburg reise», um mir wenigstens die Schiffe zu besehen; das Fahren auf dem

