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Sinnen. Es kam die Nacht, man suchte fort mit Fackeln und blies Hörner. Der Tag brach an, man fing von neuem an, es wollte nicht gelingen; man gab fast die Hoffnung auf, das Mädchen zu finden. Der zweite Tag verging — man hatte bereits dreißig Stunden gesucht. Einer hatte 4 Meilen weit vom Orte gesucht, und sich durch ein dichtes Gebüsch hindurchgearbeitet, am Rande eines Sumpfes. Da hörte er ein leises Geräusch — ein schwaches Wehklagen — er lauschte, ging näher hinzu und vernahm die Worte: „Ach wäre doch meine Mutter hier, ich möchte essen, mich hungert und friert." Es war das verlorene Kind, welches hier dicht am Sumpfe, auf dem Boden lag. Freudig führte er es nach Hause. Das liebe kleine Mädchen erzählte, als die Nacht gekommen, sei sie müde und schläfrig geworden, sei auf ihre Kniee gefallen und habe dies Gebet hergesagt, was ihre Mutter sie gelehrt habe, darauf sei sie furchtlos eingeschlafen. In der Nacht sei sie erwacht und habe ein böses Thier erblickt, welches auf sie zugekommen sei. Sie habe aber zum Heiland gebetet, sie zu bewahren, und das Thier habe ibr nichts gethan. Da sie hungrig gewesen, habe sie Beeren gegessen. So bewahrt Gott die Kinder, die beten und deren Eltern auch beten, und nichts sollte den Eltern so wichtig sein, als ihre Kinder recht früh beten zu lehren.
Kinder! ihr seid alle verloren, wenn ihr euch nicht zu Jesu wendet, und ihn bittet, daß er euch sucht und selig macht. Wollt ihr ihm euch mit Leib und Seele übergeben, so seid ihr in Zeit und Ewigkeit gerettet und wohl bewahrt.
4. Tcis begrabene Kind.
Schrecklicher ist doch: von einem lebendig begrabenen Kinde zu hören. Eines Morgens kam ein Betschuan in Südafrika ;u Missionar Moffat und fragte: habt ihr kein Kätzchen verloren? wir glaubten im Walde ein Kätzchen miauen zu hören. Gleich darauf kam ein anderer, und bald ein dritter, und fragten eben so. Dein Missioirar war dies sehr auffallend und veranlaßte ihir mit seiner Frau
in den Wald zu gehen, um es zu finden, woher das Geschrei käme. Er ging überall umher und lauschte, er legte sich auf die Erde, horchte und hörte endlich ein schwaches Aechzen, gerade wie von einer kleinen Katze. Da er keinen Spaten hatte, kratzte er den losen Sand mit seinen Händen und kam zu einem großen Stein, nahm ihn weg und was glaubt ihr wohl, was er fand? — unter dem Stein in einer Grube ein kleines, armes Kind, welches seine eigene heidnische Mutter dahin gelegt und lebendig begraben hatte. Da hat es die ganze Nacht gelegen, ein Wunder, daß es noch lebte. Aber Gott hat sei» Schreien gehört und hatte Moffat gesandt, der nahm es auf und legte es in die Arme seiner Frau. Diese nährte es mit süßer Milch, kleidete und sorgte dafür. Man hieß es Sara. Es ist nun herangewachsen und lebt mit Mofsats in England.
Liebe kleine Knaben und Mädchen, habt ihr auch schon Gott gedankt, daß ihr christliche Mütter habt, die euch lieben und sorgfältig zu erhalten suchen; daß ihr nicht unter Heiden wohnt, die ihre Kinder todt oder lebendig begraben? Darum seid euren lieben Eltern auch recht gehorsam und macht ihnen Freude. Betet den Heiland an, der euch christliche Eltern gab, und nicht unter den Heiden hat geboren werden lasten, wo gewiß die meisten von euch nicht mehr lebten, sondern an einem Felsen zerschmettert, oder ersäuft oder sonst grausam getödtet worden wären.
5. Schämt dich nicht z» bete».
Ein amerikanischer Reisender erzählt: Auf einer Fahrt mit dem prächtigen Dampfboot „Jsaak Newton" richtete sich spät Abends Alles zur Ruhe ein und machte Vorbereitung zum Schlafen, aber Niemand betete. Nur einen allerliebsten Knaben von etwa 6 Jahren bemerkte ich, der seinem Vater folgte; ich hielt ihn für einen Deutschen. Das Kind war ungewöhnlich zart und hübsch, seine Gesichtszüge drückten Geist, Leben und Herzlichkeit aus, und sein krauses, bräunliches Haar quoll in dichten schönen Locken unter seiner kleinen deutschen Mütze hervor. Auch
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