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keine kranke Kinder, Papa, kannst dn nicht über die Berge sehen? Sag mir den Namen jenes Landes." Ofsenb. 21, 2. 3.
Die Ellen» sahen einander an und erwiederten: „Das Land, was du siehst, ist der Himmel, mein .»lind!" — „Ja, es ist der Himmel, ich dachte mir's, das muß sein Name sein. O laßt mich dahin gehen; aber wie soll ich über die Berge kommen? Vater, willst du mich hinüber tragen? Nimm mich auf deine Arme — denn sie rufen mir alle von der andern Seite zu — ich muß gehen." — Es gab in der Stube kein trockenes Auge, jedes Herz war von Ehrfurcht erfüllt, als ob sie vor der Thüre der Eivig- kcit ständen und der Vorhang aufgezogen werden sollte.
„Mein liebes Kind", sagte der Vater, „»villst du denn nicht noch bei uns bleiben? Du wirst bald über die Berge getragen werden, aber d»»rch einen stärkeren Arin, als den meinen. Warte noch, bleib noch ein wenig bei uns, sieh, »vie deine Mutter weint."
— „O Mutter, Mutter, weine nicht, koinm mit mir über die Berge — komm doch", und so bat er sie mit einer Kraft »>nd Inbrunst, die Alle in Erstaunen sehte.
Die Stube war voll von Freunden. Endlich wandte sich das Kind mit Entzücken zu seiner Mutter, seine Arme zur letzten Umarmung ausstreckend, rief er: „Lebe wohl, Mutter, ich gehe nun, erschrick nicht
— der starke Mann ist gekommen, mich über die Berge zu tragen." Das »varcn seine letzten Worte; an ihrer Brust bauchte er seinen letzten Athem aus; sie legte seinen kleinen Körper auf das Kissen, drückte ibm seine blauen Augen ;»» — alle knieten nieder und konnte» mit Ergebung sagen: Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, der Name des Herrn sei gelobt! 1. Tim. 6, 7. Hiob 1, 21.
10. Der undankbare Lohn.
„Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet der Mutter zu geborchen, das muffen die Raben am Bache aushacken m»d die jungen Adler freffen." Diese furcblbare Drobung gegen undankbare Kinder geht noch iinmer in Erfüllung. Ein wohlhabender
Jrländer gerieth durch die Ausschweifungen und Betrügereien seines Sohnes in Armuth. Er verlor endlich auch das Gesicht und ward blind; arm und verlassen fand er Aufnahme im Armenhause im Staate Pennsylvanien. Wäbrend dieser Zeit kam sein Sohn durch diesen Ort; man sagte ihm, daß sein Vater im Armenhause sei und sehr nach ihm verlange; allein er »weigerte sich, wollte nicht aufgehalten werden und nicht zu ihm gehen, der doch so gut gegen ihn ge>vesen, und von ihm in dieses Elend gebracht »vorden war. Was geschah? An eben dem Tage, an welchem er in einem offenen Gefährte nach Getisburg reisend, am Armenhause vorbeikan», überfiel ihn ein furchtbares Unwetter, daß er sich eine Erkältung zuzog, die sich auf die Augen warf und ihn des Gesichts beraubte. In kläglichem Zustand verweilte er sich in Getisburg, bis ibm das Geld ausging, worauf man ihn in's Armenhaus schickte. Sein Vater war zuvor gestorben und ain Tage seiner Ankunft begraben. Man »vies das Bett, in dem der Vater gestorben, dein Sohne an, der bald seinem an gebrochenem Herzen gestorbenen Vater folgte.
11. Laß dich warnen.
' Wenn eine Motte sich erst dein Lichte nähert und die Flamnie umflattert — so hat das arme Thierchen gar bald seine Flügel versengt. Gerade so geht es Kindern, die ungehorsam sind, auf die Warnungen und Erinabnungen der Eltern nicht hören. Wenn man sie auf die Gefahr arifmerksam macht, so wollen sie es nicht glauben, bis sie die Flügel verbrannt oder Schaden genomnien haben, i Doch ich hoffe, meine kleinen Leser gehören zu den artigen, folgsamen Kindern. Sollte es nicht so sein, so ratbe ich ihnen, ernstlich zu beten, daß der liebe Heiland ibuen ein gehorsames Herz geben möge.
Ralph und Georg waren noch kleine Kinder, aber beide heftig und jähzornig, besonders Ralph, und oft zankten sie wegen ihrer Spielsachen. Oft wurden sie gewarnt und ermähnt, aber es half alles nichts. War Ralph ärgerlich, so schlug er seinen

