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gegenwärtig und bewahrt die, welche von ganzem Herzen auf ihu trauen."Ja mein Herr, so sagte mir meine Mutter, und ich habe es ihr oft vorge­lesen aus meiner Bibel. Sehen Sie, das ist meine Bibel, sie ist sehr klein, aber es steht alles darin, was in der großen Bibel meines Onkels ist. Es ist dasselbe Buch. Wir lesen die Bibel in der Schule täglich Vormittag vou 9 10 und Nachmittag von 2 3. Wir lesen alle wechselweis, Vers für Vers, und beantworten die Fragen unsers Lehrers." Sie erzählte ihm dann, auf die Frage: ob sie es auch im Herzen wiederhole? daß sie seit 4 Jahren schon beim Frühstück Bibelsprüche wiederhole und Sonntag Abends Verse aus den Psalmen oder Liedern, daß Vater und Mutter die Bibel lieben und sie ihr er­klären. Er begriff nun wohl, warum sie sich nicht fürchte. Auch erzählte sie ihm noch, daß ein böser Bube seinen Hund auf sie gehetzt, gjjer der Hund hätte ihm nicht gefolgt, obwohl er ihn mit dem Stocke geschlagen. Gott habe den Hund zurückge­halten.Wird Gott sich um solche Kleinigkeiten kümmern?" fragte er, und sie erwiederte:Hat Gott nicht alle Haare auf meinem Kopf gezäblt? Ja, mein Herr, ich weiß es, er hat sie gezählet; mein Jesus sagt es, und alles, was er sagt, ist wahr. Es steht in der Bibel, und ich wollte es ihnen zei­gen, wenn es nicht schon so dunkel wäre."Du bist ein glückliches Kind, Marie," sagte er,weil du die Bibel liesest und sie anzuwenden verstehst." O Herr, ich weiß noch wenig, aber wenn ich lebe, wird mich mein Vater im Frühjahr in die Sonn­tagsschule gehen lassen, da werde ich mehr lernen." Er fragte sie noch mehr über ihre Seele und Se­ligkeit, und sie antwortete ibm nach der Bibel -treff­lich : daß ihre Seele nicht sterben, sondern ewig leben werde, weil der Herr Jesus für sie gestorben und sie selig gemacht habe durch sein Blut. Er kam vom Himmel, damit alle, die an Ihn glauben, nicht sterben, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, 15. Wer lebet und glaubet an Ihn, soll nim- -mermehr sterben. Joh. 11, 26.

Nun kamen sie zu ihrem Hause; sie nahm Ab­

schied von dem Manne, dankte ihm, ging hinein, küßte ihre Mutter, und sagte ihr, warum sie so lange ausgeblieben. Die Mutter sagte, ich habe für dich gebetet, daß dich Gott bewahre; ich weiß ja, er ist überall, wir dürfen uns nicht beunruhigen, er hört unser Gebet. Glückliche Kinder, die solche Eltern haben! Glückliche Eltern, die solche Kinder haben!

Kinder! das merkt euch noch bei dieser Ge­schichte: wenn ihr (oder eins von euch) das liebe Lamm, das für uns geschlachtet ist, und Gottes und unser Lamm heißt, verloren habt, so suchet es wie­der, und ruhet nicht, bis ihr es im Herzen habt und auch Andem ins Herze bringet! O ja, thut das, so seid ihr selig!

29. Die Heiden-Schwester.

In der Straße von Calculta wurde» zwei Bet­telmädchen aufgegriffen und vor den Richter ge­führt, die Jüngere hübsch und gesund, die Acltere schwach und kümmerlich. Der Richter fragte die Aeltere: warum bist du so mager und deine Schwe­ster so stark?O, antwortete sie, wenn ich etwas zu effen habe, gebe ich's meiner kleinen,Schwester, und was sie übrig läßt, das esse ich; oft ißt sie alles, dann bleibt mir nichts. (Seltene Güte von einem Heidenkinde!) Der Richter wollte mehr wis­sen, und sie erzählte: Meine Mutter starb früh, und der Vater führte uns von Ort zu Ort, bis er krank ward und starb. Schakale und Geier kamen und verzehrten seinen Leichnam; wir schrieen und wehr­ten mit unsern kleinen Händchen, aber umsonst; weinend gingen wir weiter, stiegen auf einen Baum, ob wir nicht einen Ausweg aus dem schauerlichen Walde und gute Menschen fänden, die uns auf­nähmen und zu essen gäben. So kamen wir hierher.

Der Richter sandte sie in das Waisenhaus der Frau Wilson, die sie freundlich aufnahm und wegen ihrer bewundernswürdigen Liebe zu einander bcrz- lich lieb gewann. In der Nacht, wenn sie sich schla­fen legten, schloffen sie die Arme zusammen, und

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