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32. Bibelsprüche an der Wand.
Der fromme Churfürst zu Sachsen, Friedrich der Weise, hatte von Jugend an die Gewohnheit, die merkwürdigsten Aussprüche, die er gelesen oder gehört hatte, in seinem Zimmer an die Wand zu schreiben. Als er nun auf seinem Sterbebette lag, befahl er seinem Hofprediger Sp alatin die Sprüche Joh. 3, 16: „Also hat Gott die Welt gelicbet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben;" und Joh. 6, 40: „Das ist der Wille Deß, der mich gesandt hat, daß wer den Sohn siehet und glaubet an ihn, habe das ewige Leben; und ich werde ihn aufcrwecken am jüngsten Tage;" — mit großen Buchstaben auf eine Tafel zu schreiben und sie seinem Bette gegenüber aufhängen zu lassen. Das Wort des Herrn Matth. 11,18: „Kommt her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken;" — tröstete ihn besonders in seinen letzten Stunden im Angesicht des Todes, und gerne wiederholte er es in Gegenwart der Umstehenden. Es wollte ihn Jemand über sein nahes Ende trösten. Er aber antwortete: „Der Herr hat das Leben gegeben, und kann es auch wieder nehmen!" Auf die Frage, wie er sich befinde, erwiederte er: „Der Geist ist rubig, aber das Fleisch leidet Schmerzen" — er litt wahrlich sehr am Stein — „aber um Christi willen will ich sie gern leiden." — Endlich verschied er mit den Worten: „Kommet her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken!" — die er laut einige Male wiederholte.
33. Die Kinder der Heiden.
Ein Missionär stand unter dem Vordach seines Hauses, erhob sein Herz zu Gott, und bat um Segen für das arme Volk, für die Schulen und für sich selbst. Alles war still und ruhig, nur unter den Bäumen hörte er ein Geräusch; da es anhielt, sah er genau nach und fand drei Knaben, einer wachte
und zwei schliefen. Was macht ihr hier, Kinder?" fragte er und der Wachende antwortete: „Wir sind hierher gekommen, um zu schlafen, Lehrer!" Er: „Warum denn hier und nicht zu Haus?" Der Knabe: „O, hier sind wir gleich fertig, wenn die Schulglocke am Morgen schallt." Er:'„Wissen das eure Eltern?" Der Knabe sagte: „Die meinigen wissen es, und diese zwei haben keine Eltern, sie sind Waisen."
Die Nächte sind in heißen Ländern nicht so kalt und feucht wie bei uns, aber der Missionär dachte, es könnte ein Regen fallen; er weckte die zwei Waisen und ließ sie alle drei in die Vorhalle gehen; daß sie da ruhig schlafen könnten. Er freute sich, Schüler zu finden, die ihren Lehrer und die Schule liebten.
Wenn diese Insulaner unsere Schulkinder sähen, wie viel ihrer zu spät kommen, unbekümmert und sorglos eine Stunde des Unterrichts zu versäumen, was würden sie denken? Lernt von diesen Heidenkindern fleißig sein und zur rechten Zeit zur Schule eilen.
In Südafrika sah ein Missionär einmal ein kleines Mädchen öfters heimlich in einen Busch gehen; als er fragte, warum es das thue? sagte das Kind: „Ich gehe zu beten, Herr, zu Christo, ich bitte ihn um Gnade." Ein anderes afrikanisches Kind wurde gefragt: „Ich höre dich so oft beten, was bittest du von Gott?" „Ich sage," antwortete das Kind, „Herr Jesus, hier liegt ein armes sündiges Kind zu deinen Füßen; Herr, erbarme dich mein, gieb mir deine Gnade und deinen heiligen Geist, vergicb mir alle meine Sünden."
Nicht fern von diesen Kindern, auf einer andern Station kamen zwei afrikanische Mädchen zum Missionär und auf die Frage, was sie wollten, antworteten sie: „Wir kommen, um von der Erlösung zu hören." Warum? „Weil unsere Herzen krank sind." Was macht eure Herzen krank? „Unsere viele» Sünden." Und was wollt ihr thun mit solchen kranken Herzen? „Wir wollen sie zu den Füßen Jesu legen."

