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die Ecke stellen," sagte das Fräulein. Trotzig erwiederte der Junge:Ich will nicht lernen und mutz nicht in der Ecke stehen, denn ich bin der Prinz von Wales." Und indem er spricht, stößt er mit seinem Fuß eine Fensterscheibe hinaus. Da erhebt sich das Fräulein von ihrem Stuhl und sagt:Sie müssen ihre Lection lernen, oder ich mutz Sie in die Ecke stellen."Ich will nicht," sagte der Kleine, und stößt noch eine zweite Fenster­scheibe hinaus. Das Fräulein klingelt, der Kammer­diener kommt, durch diesen läßt sie dem Vater, dem Prinzen Albert sagen, sie bäte unterthänigst, daß Sc. Königl. Hoheit Sich herbemühen möchten in dringenden Angelegenheiten Seines Sohnes. Der treugesinnte Vater kommt sogleich und läßt sich Illles, was eben vorgegangen, erzählen. Er wendet sich hierauf an seinen Sohn, und indem er auf einen kleinen Schemel deutet, sagt er:Setze dich jetzt einmal hierher, und bleibe da, bis ich wieder­komme." Darauf holt er sich eine Bibel und spricht dann zum kleinen Wales:Höre, was der Apostel Paulus dir und andern Kindern deiner Art sagt." Darauf liest er Gal. 4, 1. 2:Ich sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihni und einem Knechte kein Unterschied, ob­wohl er ein Herr ist aller Güter; sondern er steht unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater."Es ist wahr," fuhr Prinz Albert fort,du bist der Prinz von Wales, und wenn du dich gebührend aufführst, kannst du ein vornehmer Mann, du kannst einmal nach dem Tode deiner Mutter, die uns Gott lange erhalten möge, König von England werden. Aber jetzt bist du noch ein kleiner Knabe, der seinen Vorgesetzten und Pflegern gehorchen mutz. Ueberdics mutz ich dir noch ein anderes Wort eindrücklich machen, das der weise Salomo Sprüchw. 13, 24. sagt:Wer seine Ruthe schonet, der hasset seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn bald." Darauf zog der Vater die Ruthe hervor und züchtigte den künftigen Thronerben des mächtigsten Reiches der Christenheit in einer wohl fühlbaren Weise, stellte

ihn dann in die Ecke und sagte:Hier bleibst du so lange stehen und lernst deine Lection, bis Fräu­lein Hylliard dir erlaubt, wieder hervorzutreten. Und vergiß nie wieder, daß du unter Vormündern und Pflegern, so wie künftig unter einem von Gott gegebenen Gesetze stehst."

37. Tcr Savoyardcnknabe mit dem Murmelthier.

Emil, Leopold und Luise, die Kinder eines Be­amten, spielten in ihrem Garten. Da erschien außen ein sehr dürftig gekleideter Knabe mit einem Käst­chen auf dem Rücken, der sie in gebrochenem Deutsch um Erlaubniß bat, ihnen sein Murmelthier zu zei­gen.Ach, wir sind 'nicht neugierig; das Murmel- thier kennen wir längst aus der Naturgeschichte und wenn wir Almosen geben wollen, so reichen wir es alten, arbeitsunfähigen Personen, aber nicht jungen, faulen Landstreichern!" rief Emil.Ja, so ist's," sagten die andern Kinder, und damit wendeten sie sich von dem armen Knaben ab, welcher den Sinn ihrer Rede nur halb verstand und wehmüthig draußen stehen blieb.

Zum Glücke war die Mutter in der Nähe und hatte das gehört. Sie kam heran, sah den armen Savoyardcn und empfand Mitleid.Komm herein, Kleiner!" Mit diesen Worten hieß sie den Fremd­ling eintreten und sein Thierchen zeige». Der Knabe that es, ergriff seine Querpfeife, entlockte ihr eine einfache, wehmüthig klingende Melodie und das Murmelthier drehte sich, auf den Hinterbeinen ste­hend, darnach im Kreise herum. Hierauf beschenkte sie den Knaben reichlich und ließ ihn, der ihr da­für demüthig die Hand küßte, gehen.

Dicßmal hattest du sehr Unrecht, Emil, und dein hartes Abweisen dieses armen Schelms that mir wirklich weh. Er kommt aus einem armseligen Lande, wo er keine Arbeit finden würde, auch wenn er arbeiten gelernt hätte und wollte, lind selbst wenn seine Armuth wirklich eine selbstverschuldete wäre, so hättest du ihn nicht so hart abweisen