und entheiligt hat, weil er, wie er sagte, nicht im Stande sei, durch die Wochenarbeit seine Familie zu ernähren. Der fromme, christliche Mann, der neben ihm steht, ermähnte ihn, daß er Gottes Gebot halte und des Sabbaths gedenke, daß er ihn heilige; ja er sagt, er wolle ihm so viel geben, als sein Verdienst an diesem Tage betrage. Der Mann ließ sich dieses gern gefallen, hielt Wort, besuchte fleißig die.«irche und fand bald, daß er die Unterstützung des frommen Mannes nicht nöthig habe, sondern seine Familie ohne Sonntagsarbeit erhalten könne, bester wie früher, und daß das Halten der Gebote Gottes ein großer Lohn ist.

Eines Sonntags, da eine Familie sich zum Mittagsessen niedersetzte, hieß der Vater sein .Lind, wie es Sitte war, um Segen bitten. Da das Mädchen zögerte, fragte der Vater, warum sie denn nicht das Tischgebet spreche? Sie erwiederte:Ich dachte an das Wort des Lehrers in der Sonntags­schule, daß wir nicht den Segen Gottes erwarten könnten, wenn wir absichtlich Seine Gebote über­träten, und gerade jetzt hörte ich unten unsere Leute arbeiten und Gottes Gebote übertreten, und ich sollte um den Segen bitten?" Das ging dem Vater zu Herzen; er beschloß, nie wieder am Sonntag arbeiten zu lasten; ja er ging selbst mit zur Sonn­tagsschule und unterrichtete die Minder dort im Worte Gottes.

92. l?in anderer Sabliathschinider.

In Emnienthal im Kanton Bern war ein Bauer, der weder nach Gott noch Menschen fragte. Es war an einem Sonntag in der Ernte viel Korn auf dem Felde, um die Berge sammelten sich Wolken, das Master im Brunnen stieg; da rief der Bauer sein Gesinde und sagte:Wir wollen ins Feld, harken und binden, den Abend kriegen wir Unwetter. Wenn ihr vor dem Regen 1000 Garben heimbringt, sollt ihr gut belohnt werden." Das börte die 80jährige Großmutter und sagte:Johann! Johann! bedenke, was du thust! so lang ich lebe, ist nie eine

einzige Garbe am Sonntag eingebracht worden, und doch haben wir immer reichen Segen gehabt Johann! entweihe nicht den Tag des Herrn! ich bitte dich." Das ganze Hausgesinde stand dabei, die Aelteren gaben Beifall, die Jüngeren spotteten und sagten:Alte Gewohnheiten sind aus der Mode, die Welt ist jetzt anders." Es wurde noch Vieles dafür und dagegen geredet, am Ende sagte der Bauer:Leute, frisch ans Werk, Zeit und Wetter warten nicht. Es kann Gott gleichgültig sein, ob wir heute arbeiten oder schlafen" u. s. w. Das Korn wurde in Eile eingebracht.Jetzt," sagte der Bauer,ist Alles sicher, mag der Sturm toben und mögen die Elemente wüthen, kümmert mich wenig, meine Ernte ist unter Dach." Ja," sprach die Großmutter in feierlichem Tone, aber über deinem Dach breitet sich des Herrn Dach." Während sie noch sprach, zündete der Blitz das Haus an, und durch das Dach hindurch sah man bald die kaum eingebrachten Garben brennen. Das Haus brannte ganz ab, nichts wurde gerettet. Bedenke doch, daß Alles, sowohl im Felde als in der Scheune, in der Hand Gottes und an Seinem Segen Alles gelegen ist.

93. Noch ein Saübathbrccher.

An den Ufern eines anmuthigen Sees lebte ein reicher Mann, der ein Schiff baute, um Luftfahrten zu machen; der Prediger, der den Sinn des Mannes kannte, machte ihm Vorwürfe und sagte:Ich fürchte, dein Boot wird ein Sabbathbrecher werden." Der Mann blickte ihn kühn an und sagte lachend:Ja wohl wird es das, gerade diesen Namen will ich meinem Boote geben. Ich wußte bisher nicht, wie ich es nennen sollte; Sie haben es getrosten, es soll der Sabbath b rech er heißen." Das Boot war bald fertig, es wurde am Sonntag vom Stapel gekästen, 2630 halbbetrunkene Men­schen jubelten; aber alte Matrosen schüttelten den Kops über die Art, wie das Boot hinunter ins Master ging. Eine Menge Menschen kamen au