10

schon von Weitem unschädlich zu machen. Aber jetzt sollt Ihr doch auch sehen, was ein alter Preußensoldat kann!"

Kaltblütig legte er seinen Karabiner an die bärtige Wange, ließ die drei Franzosen bis auf fünfzig Schritte herangaloppiren und gab dann Feuer. Als der Schuß krachte, rief er dem Schimmel zu:Fort!" und schaute dann hinter sich. Einer von den Franzosen war, augen­scheinlich getroffen, vom Pferde gestürzt ein Zweiter stand neben ihm und schien ihm Beistand zu leisten der Dritte aber sprengte mit geschwungenem Säbel und mit wüthendem Gebrüll hinter dem Wagen her.

Alles gut!" murmelte der Preuße.Komm'du nur heran du und ich machen's mit dem Säbel aus!"

Er legte den Karabiner wieder in's Stroh und zog einen Säbel hervor, dessen blanke Klinge er entblößte. Dann warf er die Lcinendecke vollends zurück, stellte sich aufrecht im Wagen und erwartete so das Herankommen seines Gegners. Kaum ward er von dem Franzosen er­blickt, so schoß dieser ein Pistol auf ihn ab und brüllte ihm zu: \_.

Halte, sacre dieu. Stehen du, Hund ver­dammter! Du stehen mußt!"

Wollen sehen," erwiderte der Preuße und lachte grim­mig in seinen weißen Bart.Nur heran, mein Junge!"

Der Franzose kam und führte einen mächtigen Hieb gegen den alten Soldaten, den dieser aber mit einer Leich­tigkeit und Kraft parirte, die man seinem alten verwit­terten Körper nicht zugetraut hätte. Im gleichen Augen­blicke hieb er nach. Wie ein Blitzstrahl durchschnitt die blanke Klinge die Luft und schmetterte so haarscharf auf den Kopf des Franzosen nieder, daß dieser sofort mit dem Ausrufe:Mou dieu, je suis mort! vom Pferde sank.

Da siehst du nun, Franzose, daß es nicht immer gut ist, wenn man so gar hastig einen geschlagenen Feind ver­folgt," sagte der Preuße kaltblütig, und legte seinen Sä­bel wieder weg, um nach den Zügeln zugreifen.Ganz todt wirst du wohl nicht sein, und da laß dir denn von deinen Kameraden helfen, weil ich selber nicht die Zeit