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das müssen wir mit Geduld und Ergebung tragen, nicht aber dürfen wir dagegen murren. / Danke dem Herrn, daß du wenigstens nicht ganz hülflos und verlassen bist! Daß wir noch eine Zufluchtsstätte haben, wo uns wenigstens die bitterste Sorge, die Sorge um des Leibes Nahrung und Kleidung, nicht bedroht. Wenn auch nicht im Schlöffe, so bleiben wir doch in der Nähe! Wenn wir auch nicht mehr hinunter schauen, so können wir doch hinauf sehen zu ihm, und bleiben zum Mindesten in der Heimath. Das kleine Gut am Bache drunten — wie gut ist es, wie dank' ich dem Herrn dafür, daß dieses wenigstens uns bleibt!"
„Aber die Wälder, Großmutter!" rief der Knabe aus — „die prächtigen Wälder mit den Hirschen und Rehen! Und unsere Felder und Fluren! und unsern herrlichen Garten — wird das Alles der Herr Braun hinnehmen? Und darf ich nicht mehr im Walde jagen gehen, und nicht mehr im Garten Blumen brechen? Und die großen Gewächshäuser — Alles, Alles gehört nicht mehr uns, sondern jenem Menschen da?"
„Alles, mein Kind!" sagte die Großmutter mit einem traurigen Lächeln. „Nichts bleibt uns, als das kleine Gut dort unten, mit dem kleinen Garten umher und mit den paar Wiesen und Hufen Landes! Aber klage nicht, Severiu! Es ist genug für uns Beide, so lange wir leben, und viel mehr, als viele tausend Menschen besitzen. Reichthum und Glanz sind freilich dahin, aber — der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen; der Name des Herrn sei gelobt!"
„O, Großmutter, "es kann, es kann ja nicht sein!" rief Severin schmerzlich aus. „Das schöne Schloß, Wald, Feld, Garten, Alles soll der Mensch da haben? Warum? Warum nur? Ich bitte dich, Großmutter, sag' es mir! Ich bin kein Kind mehr! Ich verstehe dich schon, und wenn ich Alles weiß, ist der Schmerz vielleicht nicht mehr so brennend, der mir jetzt das Herz bedrückt. Er-^ kläre mir Alles, Großmutter!"

