25

wenigen Zeilen, was nichts enthielt, als die Anfrage, ob ich denn nicht endlich daran denken wolle, die Schulden deines Vaters zu bezahlen? Seine, jenes Menschen, Forderung sei allmälig zu einer beträchtlichen Summe angestiegen, und er wolle nun endlich, nachdem er so viele Jahre gewartet, sein Geld haben."

Dieses Schreiben traf mich, wie gesagt, gleich einem Donnerschlage. Mein erstes Gefühl war Schrecken über die Nachlässigkeit deines Vaters, der es also versäumt hatte, seine Geschäfte mit jenem Manne in Ordnung zu bringen; dann aber stieg unwillkürlich und mit unwider­stehlicher Macht der Verdacht in mir auf, daß jener Mensch damit umginge, uns zu betrügen und dich, du armes Kind, deines rechtmäßigen Erbes zu berauben. Ich erholte mich vom ersten Schrecken, ich erinnerte mich, daß Graf Burg­stein dagewesen war und eine große Summe Geldes ge­bracht halte: > ich entsann mich, daß dem Advokaten Braun diese Summe wenige Tage nachher übergeben sein mußte. Denn wie anders hätte ich mir deines Vaters Heiterkeit und das gänzliche Stillschweigen jenes Advokaten erklären sollen, wie anders hätte ich mir das gänzliche Verschwin­den einer so großen Summe Geldes erklären sollen, wie Graf Burgstein sie deinem Vater übergeben halte? Es konnte nicht anders sein jener Mensch ging auf Be­trug aus, und ich zweifelte nicht, daß seine Schlechtigkeit ihre gebührende Strafe empfangen würde. In diesem Sinne antwortete ich ihm und behauptete geradezu, daß er bei seinem letzten Besuche im Schlosse sein Geld empfangen habe!"

Einige Tage verstrichen, dann kam ein neues Schrei­ben jenes Braun. Ich solle mich doch nicht so weit er­niedrigen, schrieb er, die Schuld deines Vaters abzuleug­nen. Die Dokumente seien in seinen Händen, und die Gerichte würden sehr bald eine Entscheidung zu seinen Gunsten treffen, wenn ich mich noch länger der Zahlung weigere. Bei seinem letzten Besuche auf dem Schloße habe er nicht Geld, sondern nur Vertröstungen und Ver­sprechungen von deinem Vater empfangen, welche letzteren