leider nicht in Erfüllung gegangen feien. Ich möge einen schnellen Entschluß fassen, sonst werde er binnen acht Tagen die Hülfe des Gerichts in Anspruch nehmen."
„Nun verdoppelten sich meine Angst, mein Schrecken, meine Besorgnisse. Indeß faßte ich wieder Muth. Das Geld war gewiß von deinem Vater zurückbezahlt, und also mußten sich auch die Quittungen darüber finden. Ich scheute die Mühe nicht, alle alten Papiere und Schriften, die sich im Archive befanden, durchzusuchen; Blatt für Blatt wendete ich um, kein Heft blieb ungeprüft, kein Fach in den Schränken, kein Winkel blieb undurchsucht.
"TSm ganze Tage brachte ich bei diesem Geschäfte zu, ich nahm die Nächte zu Hülfe, aber ach, ich fand nichts, nicht den geringsten Nachweis, nicht einmal eine Andeutung, daß dein Vater jenes Geschäft in Ordnung gebracht, jenen Mann befriedigt habe. Meine Besorgniß stieg immer höher, und mein letzter Trost war nur der, daß jener Mann, wenn dein Vater ihn bezahlt hatte, doch nicht mehr im Besitze der Schuldscheine sein könne, indem dein J Vater bei Bezahlung der Schuld dieselben unzweifelhaft zurückgefordert und zurückempfangen haben mußte. So erwartete ich denn mit Bangen, vor Gericht gefordert zu werden, und der habsüchtige Advokat sieß mich nicht lange in der tödtlichen Ungewißheit. Er reichte seine Klage ein, sie wurde angenommen, und zu meinem Schrecken legte der Mensch die Schuldscheine vor, die ich so sehr gefürchtet hatte. /„Sie sind falsch, falsch!" rief ich aus. Die Scheine wurden geprüft, die Unterschriften deines Vaters mit anderen Handschriften verglichen, und das Gericht fällte das Urtheil, sie seien echt. Ich wurde angewiesen, die Forderung jenes Mannes zu befriedigen oder gewärtig zu sein, daß unsere Besitzung öffentlich und meistbietend verkauft würde. Es nützte nichts, daß ich den Richtern die Gründe mittheilte, aus welchen ich schließen könne, der Kläger sei schon längst bezahlt worden. Sie beklagten mich, sie gaben mir ihre Theilnahme zu erkennen; einige zuckten die Achseln und meinten, es könne wohl möglich sein, daß hier ein Betrug vorliege, aber — die

