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warum wir das Schloß verlassen müssen; du wirst dich mit Ruhe und Ergebung in das Unvermeidliche fügen."

Die Großmutter schwieg, und auch der Knabe sprach nicht, sondern drückte seine heißen Wangen in den Schooß der Großmutter, um die bitteren Thränen zu verbergen, die er nicht zurückzudrängen vermochte. Er schluchzte leise, und der Schmerz, den er darüber empfand, daß er das Vaterhaus verlassen mußte, machte seinen Körper erzittern. Doch Severin war ein verständiger Knabe und wußte den Ausbruch seiner Gefühle bald zu bewältigen. Er erhob den Kopf wieder, wischte sich die Thränen aus dem Ge­sicht und blickte mit Hellem Auge die Großmutter an.

Du hast Recht, Großmutter," sagte er,gegen die Fügungen des Herrn sollen wir nicht murren. So wol­len wir denn nicht weinen und klagen; aber, Großmut­ter, hoffen wir, daß Gott den Betrug an's Tageslicht bringt, wenn hier wirklich ein Betrug verübt wurde. Und es kann nicht anders sein, Großmutter! Wir sind betrogen!"

Ja, ja, mein Kind, das ist allerdings mein Glaube auch," cntgegnete die würdige Frau,aber der Betrug läßt sich nicht beweisen. Glaube mir, es ist Alles, Alles geschehen, was möglich war, um dieses Unglück von uns abzuwenden."

Hast du aber auch ganz genau alle Papiere durch­gesehen, liebste Großmutter?" fragte Severin.

Ja, alle, mein Kind! Zweifle nicht daran!"

Auch die im Pulte von Ebenholz, Großmutter?" fragte Severin dringender.Weißt du, ich erinnere mich noch sehr gut, daß der Vater das alte Pult sehr werth hielt und alle wichtigen Papiere darin verwahrte. Oft, wenn ich in seinem Zimmer war, habe ich gesehen, wie er viele Kasten auf- und zuschloß und wie die Kasten alle voller Papiere steckten. Hast du auch recht genau und sorgfältig Alles durchgesehen, Großmutter? Ich denke mir, in dem Pulte müffen und müssen die Quittungen liegen."

Die Großmutter schüttelte leise den Kopf und streichelte sanft die glühende Wange des Knaben.