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meister merkte bald, daß das Thor verschlossen war. Er stutzte.
«Das ist ja wunderlich," murmelte er vor sich hin. „Das geschah doch niemals, als der gnädige Herr noch lebte! Aber freilich, die gnädige Frau wird von den Franzosen gehört haben, und von der Schlacht, die wir, ach! ach! Gott sei's geklagt! so jämmerlich verlieren mußten, und da wird sie denn fürchten, daß ihr die LouZres geschwind über den Hals kommen könnten! Ja, ja, so wird's schon sein, und sie hat ganz Recht! Aber für mich wird sie schon aufmachen lassen, denk' ich! Wollen pochen, Ali!"
Er sprang vom Pferde herunter und pochte tüchtig. Nach einem Weilchen ungeduldigen Harrens nahten sich endlich langsame Schritte, und eine Stimme vom Hofe her rief: „Wer ist da noch so spät in der Nacht?"
„Gut Freund isi's, Kamerad!" cntgegnete der Wachtmeister. „Mache nur auf und laste mich ein — deine Herrschaft wird schon damit zufrieden sein und dich nicht schelten, daß ein alter Freund kommt!"
Alle Bedenklichkeiten des Mannes auf dem Schloßhofe wichen diesen treuherzigen Worten, und der Thorflügel knarrte langsam auf. Degenkolb führte sein Pferd in den Hof, warf die Zügel dem Diener zu, befahl ihm, das Pferd in den Stall zu führen und einstweilen abzusatteln, und fragte dann, wo die Herrschaft sei.
„Oben!" erwiderte der Diener kurz — „die Treppe hinauf und dann die zweite Thür rechts im Korridor!"
„Ach so, im alten blauen Zimmer!" sagte Degenkolb — „schon recht, weiß nun Bescheid! Nimm mir das Pferd in Acht, Bursche! Ich will nur ein paar Worte mit der Herrschaft reden, und dann komme ich zurück und werde ihm selber Futter und Streu vorwerfen! Zu saufen gibst du ihm nicht, dem Schimmel! Verstanden?"
«Ja, Herr!" cntgegnete der Diener, und der alte Wachtmeister, nachdem er noch einmal seinem Schimmel schmeichelnd den Hals geklopft, drehte sich kurz um und stieg die Schloßtreppe hinauf. Wohlbekannt mit jedem
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