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den einfachen, armen Mann, der doch so groß und gewaltig vor ihm stand durch seine wohlbekannte Rechtschasfen- heit, daß er zittern mußte und sich krümmen unter dem Blicke seines scharfen blauen Auges — „wie wird's gekommen sein? Der gnädige Herr hat, wie sich nach seinem Tode zeigte, große Schulden hinterlasien, und da mußte dann die Herrschaft verkauft werden, um die Gläubiger zu befriedigen. Ich habe Schloß und Alles gekauft und baar bezahlt! Was ist da nun Böses drin?"
„Stille!" gebot der alte Degenkolb — „ich laste mich von Ihm nicht dumm machen! Wer waren die Gläubiger , die in jetziger Zeit, in der Kriegszeit, wo ein Gut, wie dieses, nur kaum zum Viertheile seines Werthes bezahlt wird, in jetziger Zeit, sage ich, auf den Verkauf gedrungen und die gnädige Krau so schändlich aus ihrem Eigenthume verdrängt haben? Antwort, Kerl!"
Der Advokat krümmte und wand sich wie ein Wurm. „Was weiß ich?" stieß er endlich heraus. „Ich bin unschuldig!"
„Dank' Er Gott, wenn das wahr ist!" sagte Degenkolb rauh. „Wenn's anders wäre, wenn Er schuld wäre, dann" — die Augen des alten Mannes blitzten in kaltem Grimme — „dann, beim Himmel, sollte Er sich der Herrlichkeit nicht lange freuen! Aber ich glaube Ihm in diesem Punkte, denn ich weiß ja, daß der gnädige Herr nie Geld von Ihm geborgt hat, als damals die Kaufsumme für die Mühle, die Ihm ein Jahr darauf in meiner Gegenwart zurückbezahlt ist. Ja, ja, Er kann also der Schurke nicht sein! Aber wer ist's? Heraus mit der Sprache!"
„Nun, mein Gott, wer soll's sein! Viele sind's!" entgegnete Braun mit frecher Stirn. „Die gnädige Frau wird's Ihnen schon mittheilen, mein lieber Herr Wachtmeister."
„Ja, das ist wahr, und ich will lieber mit ihr sprechen, als mit Ihm, Gauner!" sagte der ehrliche Wachtmeister und drehte ohne Gruß und Abschiedswort dem neuen Gutsherrn den Rücken zu. Dieser aber lief hinter

