bekannt, sodaß er nicht nöthig hatte, sich nach einem Wegweiser umzusehen. Nach zehn Minuten konnte er das Haus erreicht haben, und diese Zeit wendete er redlich dazu an, seinem Zorn in halblauten Selbstgesprächen, wie das so seine Art war, Luft zu machen.
„Gar keine Frage," murmelte er vor sich hin, „der bucklige Advokat ist ein Schurke und hat die gnädige Frau und den kleinen Severin belogen und betrogen. Aber wir wollen schon dahinter kommen, wollen seine heillosen und schändlichen Schliche schon aufdecken! Zur guten Stunde bin ich hier eingetroffen, um ein Bubenstück zu enthüllen und der armen Mutter und Waise hülfreiche Hand zu leihen. Werde ja hören, was die gnädige Frau zu erzählen hat! Werde den Faden dann schon finden — und Gott sei dem Schurken gnädig, wenn ich ihn auf dem Betrüge ertappe! Kenne den Kerl schon, habe den seligen gnädigen Herrn immer vor ihm gewarnt! Und muß ihn nun doch hier im warmen Neste finden: Der Schurke! Fort, Ali! Wir müssen zur gnädigen Frau, und heute noch hören, wie die Sachen stehen! Bin nur begierig, zu erfahren, wer die Klage angefangen und darauf gedrungen hat, daß in der jetzigen schlimmen Zeit das Gut zum Verkaufe kommen mußte! Der muß auch ein schlechter Mensch sein! Eben so schlecht wie der Braun, und stecken die Beiden gewiß unter einer Decke! Wenn ich nicht ganz bestimmt wüßte, daß der selige gnädige Herr mit dem Advokaten da nichts mehr zu thun gehabt hat seit der Geschichte mit der Mühle, so .. . Aber das kann nicht sein, kann nicht, denn ich habe ja mit meinen eigenen Ohren gehört, wie er sich verschworen hat, nie wieder mit dem Braun sich in ein Geschäft einzulassen! Doch da ist ja das Haus! Noch Licht darin! Gut! Hier über die Brücke, Ali — vorsichtig — so! Und nun wollen wir anklopfen! Es ist zwar schon ziemlich spät — aber auf sind sie noch, und Zeit gewonnen, Alles gewonnen! Wer weiß, ob nicht morgen schon die Franzosen hier sind! Wenn sie mich erkennen, werden sie wenig Umstände mit mir machen. Das heißt gleich: „Gefangen den Hund!

