„Geschwind hier herum, Franz! Da ist der Stall, und da der Haferkasten und hier die Krippe!"
„Alles recht, junges Herrchen!" sprach der Wachtmeister. „Nun geh' nur vorauf zur Großmutter, vermeld' ihr meinen gehorsamsten Respect und sage, ich würde gleich erscheinen! Hörst du, mein Kind?"
„Ja, ja," erwiderte Severin — „aber die Großmutter weiß schon Alles, und da will ich denn auf dich warten."
„Auch recht!" sprach der Wachtmeister, der über den freundlichen Empfang des Knaben und seine Dienstwil- ligkeit sehr erfreut war. „Kannst du dich meiner noch erinnern, lieber Junge? Es ist doch nun manches Jahr her, seit ich dein hübsches Gesichtchen nicht gesehen habe."
„Ja freilich wohl," erwiderte Severin — „aber ich weiß doch noch, daß du oft mit mir gespielt hast, und hast mich reiten lassen auf des Vaters Rappen, und das weiß ich auch noch, wie du nach Berlin mußtest zu deinem Regimente, als der Vater seinen Abschied genommen! Die Trennung ging mir so nahe, daß ich den ganzen Tag weinen mußte. Dergleichen vergißt sich nicht, und dann der Vater und die Großmutter, wie oft haben sie noch von dir gesprochen! Und wie hat es die Großmutter bedauert, als die Nachricht von Berlin kam, du seiest gestorben! Sie hätte auch jetzt nicht geglaubt, daß du's wärest, wenn sie dich nicht an der Stimme erkannt hätte!"
„Ja, Gott sei Dank, ich lebe noch hoffentlich dir zum Nutzen, Junkerchen!" sagte der alte Wachtmeister. „Wenn ich hätte denken können, daß man mich hier für todt hielte, so wär' es wohl meine Schuldigkeit gewesen, ein paar Worte zu schreiben — aber davon wußte ich nichts, und erst von dem Spitzbuben, dem Braun, hörte ich, daß ich hier für todt und längst begraben galt! Nein, nein, ich lebe noch, und hoffe noch manches Jahr zu leben, um die verwünschten Franzosen wieder aus dem Lande jagen zu helfen! Aber still! Das gehört hier nicht her! Hier haben wir von anderen Dingen zu reden! Da, Ali, hast du dein

