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Futter, laß es dir schmecken, braver Kamerad! U:rd nun komm' zur Großmutter, Severi» l“
Der Knabe sprang rasch voraus, und wenige Augenblicke nachher stand der alte Wachtmeister vor der würdigen Frau, die ihn mit freundlichen Worten empfing und ihm gütig die Hand entgegen streckte. Franz ergriff sie, küßte sie ehrerbietig und war so tief erschüttert, daß eine Thräne aus seinen grauen Wimpern hervorperlte und über den langen, schneeweißen Schnurrbart rann.
„Ach, gnädige Frau," sagte er mit wankender Stimme und fuhr mit der Hand über die Augen — „verzeihen Sie mir altem dummen Kerl! Aber daß ich Sie so, daß ich Sie hier wiedersehen soll, nachdem ich Sie droben auf dem Schlöffe verlassen, und daß der Schuft und Betrüger jetzt da oben als Herr sitzen soll, sehen Sie, das bricht mir fast das alte Herz entzwei!"
„Fasse dich, mein guter Franz! Fasse dich!" entgegnete sanft die würdige Frau. „Ich weiß wohl, du bist immer ein treuer Diener des Hauses gewesen, und oft ist in unserer Mitte deiner mit Liebe gedacht worden, als du uns verlassen mußtest, um einer höheren Pflicht, der Pflicht gegen das Vaterland, zu genügen. Ja, ja, wir haben dich nicht vergessen, alter guter Franz! Aber sage doch, was führt dich her? Marschirt dein Regiment in der Nähe vorbei!"
„Ach, ach, gnädige Frau, Sie wissen also noch nicht, wie schwer die Hand des Herrn auf unserm Vaterlande liegt?" entgegnete der alte Wachtmeister niedergeschlagen. „Schlacht bei Jena verloren, bei Auerstädt verloren, Alles auf der Flucht, die ganze, schöne, preußische Armee aufgelöst, und die Franzosen überall Sieger! Mein Regiment — ach, wo ist es? Ich selber habe nichts thun können, als flüchten, unst nebenbei noch eine Kriegskasse retten, die verloren war und von ein paar Franzosen bewacht wurde. Sie warteten nur auf Pferde, um sie fortzuschaffen, denn die Pferde, die vorgespannt gewesen waren, die hatten sie todtgeschossen, und die Bewachung entweder auch nieder-

