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Die Franzosen standen anfänglich da wie vom Blitze getroffen. Aber sie erholten sich schnell und fielen mit Uebermacht über den alten preußischen Soldaten her. Ein wildes Getümmel entstand; die Kleider wurden dem Wachtmeister von dem Leibe gerissen, Einige von seinen Gegnern schleuderte er mit Riesenkraft zu Boden, mußte aber doch zuletzt der Ueberzahl erliegen. Man hielt ihn fest, man band ihm die Hände, und hülflos und außer Athem, aber noch immer in stolzer Haltung und kühnen Blickes stand er seinen Gegnern gegenüber.
Während des kurzen, aber heftigen Kampfes, von welchem Herr Braun sich weislich fern gehalten hatte, war dem ehrlichen Franz die Brieftafel aus der Tasche gefallen und lag, von Niemandem beachtet, am Boden. Herr Braun aber bemerkte sie, bückte sich, wie zufällig, nach seinem Taschentuche, das er auf die Brieftafel hatte fallen lassen, und raffte sie heimlich mit seinem Tuche auf. Niemand achtete auf diesen Zwischenvorfall, und Braun hatte daher Gelegenheit, seinen Raub unbemerkt in seine Tasche gleiten zu lassen.
„Buben! Feiglinge! Schurken!" donnerte indeß der alte Wachtmeister mit rücksichtslosem Grimm auf die Franzosen los — „schämen solltet Ihr Euch, zur Nachtzeit in ein stilles, friedliches Haus einzudringen, zu welchem nur der Verrath eines Menschen, den jeder redliche Deutsche in's Angesicht speien müßte, Euch die Thür geöffnet hat. Wohl denn, hier bin ich, den Ihr sucht! Thut mit mir, was Ihr wollt — aber vor Allem fort aus diesem Hause, das Ihr entweiht habt."
„Pah, Kamerad," entgegnete der französische Offizier — „ereifert Euch nicht ohne Noth! Ihr seid selber Soldat und wißt, wie es im Kriege zugeht. Still jetzt, und antwortet auf meine Fragen! Wo habt Ihr den Wagen mit der Kriegskasie verborgen? Sprecht die Wahrheit! Ihr seid in unserer Gewalt, und jede Lüge würde Euch nur Unheil bringen! Also wo ist der Wagen?"
„Ich könnte Euch antworten, daß ich nichts von ihm wiste," erwiderte der alte Krieger stolz — „aber das

