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wäre eine Feigheit, und da Ihr mich meiner Freiheit beraubt habt, so frage ich nach nichts Anderm mehr. Ihr sollt die Wahrheit hören: Der Wagen ist verbrannt!"
„Und das Geld, Schurke! Das Geld?" brüllte der Offizier wüthend.
„Das Geld ist in Sicherheit, mein Freund, und keinen Heller davon sollt Ihr in Eure Hände bekommen!" sagte der alte Franz Degenkolb. „Verborgen und vergraben ist es an guter Stelle, wo es keiner von Euren Spürhunden auffinden wird, und ruhen soll es da tief in der Erde, bis ich es in die Hände meines Königs zurückgeben kann, dessen Eigenthum es ist. Bildet Euch nicht ein, Franzosen, dass Ihr mich zwingen oder bereden könntet, Euch die Stelle zu verrathen. Meine Freiheit, mein Leben könnt Ihr mir rauben, aber den Tag soll die Sonne nicht bescheinen, an welchem ich zum Verräther an meinem Könige würde! Ja, ja, drohet mir nur — ich bin ein alter Mann und fürchte Eure Säbel und Eure Pistolen und Eure wilden Mienen nicht! Wenn Euch auch der Herr heute den Sieg über uns verliehen hat, der Tag wird kommen, wo wir's wett machen und wo Ihr tiefer erniedriget sein werdet, als wir es jetzt sind! Heute mir, morgen dir! Heute bin ich in Eurer Gewalt — thut denn Euer Schlimmstes an mir, aber hofft nimmermehr, mich einzuschüchtern und mir Furcht einzuflößen!"
„Sacre!“ rief der Franzose, „vous otss un bravo, en veritö! Aber das wird Euch nichts nützen. Das Geld müssen wir haben. Gebt an, wo Ihr es verscharrt habt, oder" — und er zog ein Pistol hervor und richtete drohend die Mündung auf seinen Gegner — „oder, so wahr ich Malleville heiße, die Kugel fliegt Euch durch den Kops! Nicht gezaudert, Mann — wir verstehen keinen Spaß in solchen Dingen!"
Der alte Wachtmeister zuckte verächtlich die Achseln und erwiderte ruhig: „Drückt los, Franzose, drückt los! Die Mündungen von hundert Gewehren sind auf mich gerichtet gewesen in mörderischen Schlachten und ich habe nicht gezittert, und ich hoffe, Ihr werdet Euch nicht ein-

