der Advokat Braun das noch offen stehende schwarze Eben­holzpult durchsuchte, als plötzlich die hohe glänzende Ge­stalt eines Offiziers in der Thür erschien und mit tiefer Stimme in französischer Sprache sagte:Was geht hier vor?"

Sacrel rief Mallevilleder Oberst Senard!"

Zurück, Buben!" sagte der Oberst und trat einen Schritt näher in das blutbefleckte Gemach.Seid ihr Soldaten oder Räuber und Mordbrenner! Lieutenant Malleville, wollen Sie mir Auskunft über diese Scene geben?"

Die tiefe Stimme des sranzöstschen Obersten brachte auf einmal Ordnung und Sitte in die zügellose, wüthende Rotte zurück. Wie gelähmt standen die Soldaten da, und auch Malleville senkte die Augen und suchte vergebens nach Worten, um die Schandthaten zu beschönigen, zu denen er sich durch seine heftige Gemüthsart und seine Habsucht hatte hinreißen lasten. Niemand sprach, bis sich endlich der alte Wachtmeister vernehmen ließ.

Herr Oberst," sagte er in seiner ruhigen Weise, Sie sind zwar auch ein Franzose, aber ich glaube, daß Sie nebenbei auch ein Ehrenmann sind. Hier ist nicht nach Kriegsrecht gehandelt worden! Ihre Kameraden da haben sich wie Räuber und Strolche, aber nicht wie ehr­liche Soldaten benommen, denn auch in Feindes Land soll der Soldat ein Mensch bleiben und menschlich ver­fahren!"

Ah, was ist das?" erwiderte der Oberst Senard in deutscher Sprache.Du bist verwundet, Kamerad? Wer hat dich geschossen, und warum ist dies geschehen?"

Fragen Sie Ihren Lieutenant da!" erwiderte der alte Wachtmeister.Er weiß am besten, warum er so gehandelt hat."

Der Oberst wendete sich von Neuem an Malleville und forderte ihn so ernst und drohend auf, Bericht über das Vorgefallene zu erstatten, daß der Lieutenant nicht länger zögern durfte, seinem Vorgesetzten Rede zu stehen. Er versuchte, den Auftritt und seine ganze Handlungs­weise zu entschuldigen, aber da mittlerweile Seoerin und