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seine Großmutter ihre Besinnung wieder erlangt hatten und den Bericht, wo er falsch oder ungenügend war, vervollständigten, so war der Oberst Senard sehr bald im Klaren. Sein edles Gesicht glühte vor Entrüstung über die Schandthaten seiner Landsleute, und seine Augen funkelten.
„Lieutenant Malleville, Sie geben Ihren Degen ab und werden morgen vor ein Kriegsgericht gestellt!" sagte er mit zornbebender Stimme. „Sie haben eine Niederträchtigkeit begangen, indem Sie eine» wehrlosen Gefangenen mißhandelten und Ihre Leute dazu aufforderten, zu rauben und zu plündern! Pfui, solcher Thaten würden sich selbst unsere Marodeurs schämen! Bindet den Gefangenen los, Soldaten! Augenblicklich! Und Sie, braver Kamerad" — wendete er sich an den alten Wachtmeister — „Sie werden hoffentlich nicht schwer verletzt sein?"
„Ich denke nicht, Oberst," entgegnetederwackereFranz— „die Kugel schlug durch die Schulter, und wenn die Wunde gefährlich wäre, würd' ich's schon spüren."
„Das freut mich zu hören," sagte der Oberst. „Um so leichter werden Sie den Transport ertragen. Denn mein Gefangener müssen Sie freilich bleiben, da kann ich nicht helfen."
„Versteht sich, bis ich ausgelöst werde," erwiderte der alte Wachtmeister — „oder auch" — fügte er hartnäckig hinzu, „bis das Kriegsglück, das uns dieses Mal nicht günstig war, eine bessere Wendung nimmt. Ehrliche Gefangenschaft muß ein rechtschaffener Solvat ohne Murren und Klagen ertragen können, und zu schämen brauch' ich mich gerade nicht! Habe mich gewehrt, so lang' ich konnte. Na, da bin ich, führen Sie mich fort!"
„Werdet Ihr reiten können, mein Freund?" fragte der Oberst gütig. „Ein Pferd ließe sich bald herbeischaffen."
„Es wird schon gehen, und ein Pferd ist auch schon da, denn ich muß wohl annehmen, daß mein braver Ali ebenfalls zu den Kriegsgefangenen gerechnet wird. Lassen Sie mich den Ali reiten, Herr Oberst, und dann — nun

