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Und Eduard? Der sah den alten Winzer keck an und meinte halblaut: „Mama habe ihm gesagt, er solle sich nicht so anstrengen. Arbeiten und Lernen habe er nicht so nöthig, wie die armen Leute; denn für ihn sei schon gesorgt, daß er nach Niemandem zu fragen brauche."
Da stand der freche Junge vor dem Hausvater, dem sich uuwill- kührlich die Hände ballten. ES war ein Glück, daß Mutter Mar- grctel hinsah und als sie bemerkte, welchen Kampf ihr Mann im Innern kämpfte, hielt sie inne mit dem Aufhängen der feuchten Wäsche, welche rings das Lattcngcrüste des Ofens bedeckte; sie trat dichter hinter ihren alten Thomas und stieß diesen fortwährend heimlich an, als wollte sie sagen: „Nimm Dich in Acht! 'S ist unsrer Herrschaft Sohn!" —
Der Thomas begnügte sich auch, nachdem er sich beruhigter fühlte, seinem Gustav zuzurufen: „Du bleibst hier!" — Das war dem Knaben genug, denn Vater Thomas war ein ernst erziehender Vater. Das verzogene Söhnchen Eduard aber empfahl sich alsbald, da es sah, es sei völlig übrig geworden.
Im Winzerhause aber war'S deshalb noch nicht ruhig. Thomas beklagte sich und die Seinen, daß grade sie zu solch' einer bodenlosen Herrschaft gekommen wären und Mutter Grctel versuchte, obwohl nun vorsichtiger, die Vermittlerrolle aufs Neue zu spielen. Gustav schien nicht viel darauf zu hören. Sein Sinn war nun schon bei der dampfenden Suppenschüssel, welche die Mutter eben auftrug und alö nach der alten Sitte, der Vater das kurze Dankgcbct den Semen mit lauter Stimme vorgebetct halte, da traten Alle hinter ihren Stühlen hervor; Vater Thomas sehte sein schwarzes Hauökäppchcn auf und man ließ sich das einfache Mahl gefallen.
Als aber nun nach Tische zur Erbauung der Familienglieder in der Bibel gelesen wurde, da schlug Vater Thomas heute die Stellen

