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gewöhnt worden war und sah, wo Andre Nichts sahen, ging er mit Lust und Nutzen durch Gottes herrliche Welt, mehr als Jene; darum aber auch faßte er die Betreibung manches Gewerbes schnell auf und zeigte namentlich eine Neigung zu technischen Arbeiten.
Wohl rieth der Lehrer des Orts, der dem Knaben wohlwollte, ihn in die Stadt zu einem geschickten Lehrhcrrn zu bringen; von dort auö bräche sich der Knabe vielleicht allein die weitere Bahn. Aber woher sollte der Vater Thomas das theure Lehrgeld nehmen? Und obwohl ihm Jeder auf sein ehrlich' Gesicht hin geliehen hätte, so hatte er doch nicht sobald Hoffnung, abzahlen zu können, und zu dem die Ansicht, bei allem Anfange ans sichrem Boden zu stehen, Niemandem Etwas zu schulden und sich fortab nach seiner Decke zu strecken.
„Die Leute, die sehr viel Geld haben, mögen immerhin Schlösser bauen, Seide tragen, fahren und sich bedienen lassen. Da verdient mancher Arme Etwas, dabei wird manches Neue und Nützliche erfunden, aber daS ist's eben, daß die Meisten ihre Decke nicht kennen und sich überbieten. Eher überschätzt sich die Welt, alS sie sich unterschätzt." —
Der alte Graukopf hatte gewiß so unrecht nicht und Gustav konnte sich daraus immer abnehmen, wie es mit seinen neuen, hoch- fliegenden Ideen kommen werde.
Eines Abends, in der traulichen Dunkelstunde, platzte er damit heraus, indem er so wie verloren, doch mit schlecht verhehlter Betonung, die Bemerkung hinwarf, daß cS eigentlich jetzt auch für armer Leute Kinder nicht mehr so schwer sei, die hohe Laufbahn zu den Hochschulen zu gewinnen. „Da gibt es Chöre, Freistellen" — fuhr Gustav fort — „und überall auch gute Menschen, die unser Einen unterstützen würden, wie schon Luther damals" -
„Hat Dich auch der Hochmuthstcufel berückt?" — herrschte ihn aber da der Vater an.

