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„Ich glaube, Alter, daß Du sehr ungerecht von dem General urtheilst," fiel jetzt Fedor mit gerunzelter Stirn ein. „Ganz Rußland verehrt ihn als einen der tüchtigsten, der tapfersten Generale. Er mag manches Sonderbare, Ungewöhnliche, Rauhe an sich haben, aber die ihn näher kennen, nennen ihn edel, großmüthig, tapfer bis zur Verwegenheit und der Kaiserin auf's Unbegrenzteste ergeben."
„Nun, was das letztere anlangt, so mögen sie recht haben, aber mit den andern schönen Eigenschaften mag es wohl nicht so weit her sein wie die Leute sagen!" entgcgncte der Alte, indem er den Löffel hinlegte, sich wieder ein Schälchen cingoß, und das Bekreuzen, Trinken und über die Schultergießcn von Neuem anhob. — „Aber sagtet Ihr nicht vorhin, Ihr ginget zu Suwarow? Gewiß kommt Ihr, ihm guten Rath zu ertheilen, wie er es anfangen soll , Ismail zu nehmen. Haben sie vielleicht in Petersburg eine neue Erfindung gemacht? Sollen die Soldaten sich vielleicht aufs Neue Zöpfe anbinden, oder tst sonst wieder eine wichtige Entdeckung gemacht worden? — Es ist erstaunlich, wie weit man es im Kriegführen bringen kann, wenn man entfernt von der Armee und vom Feinde, gehörig Zeit hat, darüber nachzudenken! Man studirt, und ißt, und trinkt, und studirt wieder ein wenig, und ehe man es sich versieht und Einer die Hand umwendet, hat man eine neue Methode entdeckt, bei der den gewöhnlichen praktischen Leuten, die sonst nichts verstehen als den Feind zu schlagen, Hören und Sehen vergeht."
„Eine neue Methode, Jsmael zu nehmen, wäre so übel nicht!" fiel Fedor lächelnd ein. „Die Festung ist stark, ein Sturm würde ungeheure Menschenmassen kosten, und dennoch wäre es noch die Frage, ob er gelänge."
„Glaubst Du," fragte der Alte verächtlich, „daß Russen, von Suwarow zum Sturme geführt, unter dessen Augen zurückgeschlagen werden können?"

