2«)6

vann daran, wie er an der Hand seines Vaters, auf dessen Züge er sich aber nicht ganz genau entsinnen konnte und dessen europäische Kleidung ihm nur im Gedächtniß geblieben, öfters durch jene Budcn- und Hallenreihen geschritten war, wie er die blanken Waffen, die glänzenden Pferdegeschirre, vor allen die Obstvorräthe mit aufmerk­samem Auge betrachtet hatte. Je mehr Fedor über jene Zeit nach­dachte, je mehr war es ihm, als ob sich ein Vorhang, ein Schleier von Scenen höbe, die immer deutlicher vor seine Seele traten.Ja," sagte er sich,so wie hier war Alles! Dort die Buden mit den glän­zenden Säbeln, dort die Obstverkäufer, und wahrhaftig dort neben der Moschee, deren vier Minarets so schlang emporsteigen, war die Bude des alten, dicken Feigenhändlcrs, der immer so freundlich gegen mich war, und dem mein Vater stets an den Puls fühlen, oder die Zunge besehen mußte. Jetzt hatten sie den Platz überschritten und nun näherten sie sich einem mächtigen, von hohen Mauern um­schlossenen Gebäude.Ganz gewiß," sagte Fedor zu sich selbst,ich muß hier gewesen sein! Dort das gewaltige Thor, die schattigen Bäume, und da die Moschee mit den vier Minarets, vor denen der alte, weißbärtige Mann immer wie toll hcrabschrie." So wie sich die Thorflügcl öffneten und die beiden Offiziere in einen weiten, auf einer Seite mit einem vergitterten Garten umgebenen Hof traten, ward Fedor's Ahnung immer mehr zur Gewißheit. Es gab keinen Zweifel mehr. Hier hatte er als Knabe gelebt. Dort, in der Nähe des Thores, hatte er die alten bärtigen Janiischarcn, welche, mit weißen Stäben in den Händen, wie Pagoden da saßen oder ihren Pillau verzehrten, oft stundenlang angestarrt; er hatte die großen Bullenbeißer, die vor ihren steinernen Hütten angekettet lagen, viel­fach geneckt; in jenem Garten hatte er oft gespielt.Aber täusche ich mich nicht?" sagte er dann zu sich selbst.Ist nicht Alles ein Trugbild der Phantasie? Ist es Wirklichkeit, so muß gleich links