21s»

stand und sich jetzt schnell entfernte. Auf's Neue tiefe Stille, plötz­lich jedoch von der aufsausendcn Rakete unterbrochen. Kaum ver- knatterte diese in dem dunkeln Nachthimmel, ihre Funken regneten noch, gleich fallenden Sternen, auf die Truppen herab, als Fcdor von dem Hügel hcrabsprang und die Brigade Lwow sich in Beweg­ung setzte. In furchtbarer todtbringender Stille defilirtc die Kolonne vor dem Fuße des Hügels vorüber.

Suwarow entblößte das Haupt:Denkt an unser heiliges Ruß­land, denkt an unsere kaiserliche Mutter! Sanct Alerander Ncwsky und Sanct Georg, die apostclgleichcn Kriegsfürsten werden mit Euch sein in dem heiligen Kampf!" rief er von dem Hügel herab, den vorbeiziehenden Grenadieren zu und ein vermehrtes Geklirr der Waffen rauschte durch die, eine starke Heersäule bildenden Bataillone. Alles ward wieder still. Schweigend, und mit noch immer entblößtem Haupte, stand der Feldherr auf dem Kurgan lTodtcn- hügel). Jetzt auf einmal erhob sich von einer vorliegenden türkischen Bastion ein furchtbarer Kanonendonner. Er ward sogleich von der Ruderflotillc des Kommodore Ribas mit einem Feuer von fast sechs­hundert Kanonen und zwanzig Mörsern beantwortet. In diesem Augenblicke waren auch die sämmtlichen, von der Landseitc anrücken­den Sturmkolonnen, sechs an der Zahl, von den Türken bemerkt worden. Das Hurrah der Angreifenden ertönte, alle Battcrieen der Türken rings um die Festung .begannen ein furchtbares Feuer. Die Gegend ward fast bis zur Tageshelle erleuchtet. Die türkischen Schanzen tobten in fortwährendem Geschützcsdonncr, von der Wasser- seite ergoß sich ein Flammenregen feucrgeschwänzter Bomben und Granaten, wie aus einem nimmer erschöpften Vulkan geschleudert, über die, dem Verderben geweihte Stadt. Auf einmal ward das An­griffsgeschrei der Russen von dem Allah-Rufe der Türken beant­wortet. Es kam aus der Gegend, wo die zweite Kolonne unter dem