28

Beet giebt und die Waldströme ihre Wurzeln befeuchten, und über ragen die sie umgebenden Gewächse ricscnglcich. Andererseits trifft man sie zuweilen ebenso auf einem öden einsamen Fleck; ihr Stamm ist in der Mitte angeschwollen, nach oben und unten sich verjüngend (denn die Palmen haben durchaus nicht einerlei Gestalt, Wuchs und Größe), und gleichen so ailss Täuschendste ungeheuren Kegeln, welche die Natur zur Belustigung hingestellt zu haben scheint; und ein an deres Mal sieht man jüngere Bäume derselben Gattung im Schatten eines uralten mächtigen Riesen der Waldung ein Obdach suchen und ihre schönen Formen und herrlichen Kronen neben den rauhen ver­witterten Stamm und die wirren Acstc eines solchen alten Baumes stellen.

Während die Wälder der gemäßigten Klimate eine gewisse lang­weilige Eintönigkeit der Formen des Baumschlags und der Betäub­ung zeigen, fallen an den brasilianischen Wäldern gerade eine wun derbare Mannichfaltigkcit der Gestaltung und eine endlose Reihe von Gegensätzen ins Auge.Der Scidcnbaumwollenbaum z. B.," sagt Dr. Spir,der theilweise mit starken Dornen bewehrt ist, beginnt erst in beträchtlicher Höhe seine dicken Arme und gefingerten Blätter aus­zubreiten, die in leichten, luftigen Massen zusammengruppirt sind, während um ihn her und unter ihm üppige Bäume von niedrigerem Wüchse und die brasilische Anda, die in geringerer Höhe ihre zahl losen reichbelaubten Aeste ausbreitet, sich zu grünen Bogengängen und Laubgewölben vereinigen." Ein anderer seltsamer Baum, besonders fürs Auge, ist der schildförmige Trompctenbaum mit seinen harten Umrissen. Der mannsdicke Stamm, der glatt, wie polirt und von hcllaschgrauer Farbe ist, erhebt sich zu einer Höhe von 40 bis 50 Fuß und entfaltet dann erst plötzlich einen Wirtcl von Zweigen in Gestalt einer Halskrause, die an dem Ende schuhbreite weiße filzige Blätter tragen; der ganze Baum hat so die Gestalt jener hölzernen Bäum-