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mochte auch unser Mütterchen zu Hause sein, das setzt, nachdem es erfahren, wo wir wohnten, durchaus von einem Weitcrtragcn nichts wissen wollte. Sie habe nur noch ein Paar Schritte und danke uns für die Bemühung.
„Doch, weil Ihr so wacker seid," — fuhr sie fort — „so will ich (Luch auch eine kleine Freude bereiten." Dabei griff sie nach ihrem geheimuißvollcn Tuche, in dem etwas Lebendiges zu sein schien.
Wir horchten Alle Hochauf und beobachteten die Alte mit neugierigen Blicken.
„Seht, beim Reissammeln fand ich im Gestrüppe hinter einem Steine ein Vogelnest mit fast ganz flüggen Jungen, die vollends herauszufüttern eine ganz leichte Sache ist. Zwei Junge sind mir mit den Alten cnthuscht; aber seht, diese drei Dürschchen habe ich mit der Schürze bedeckt und noch zu rechter Zeit erwischt."
Wir staunten die Thicrchcn an, die uns jetzt die Alte in die Hand gab. Sie piepten und machten die Schnäblein weit auf und da jeder von uns drei Knaben den seinen streichelte und liebkoste, so glaubten wir, sie frcuelen sich über die neue, gütige Herrschaft.
„So!" — sagte die Alte. — „Nun haltet mir aber meine kleinen Kinder gut und Gott gehabe Euch wohl!" Wir hatten der Alten, die sich uns also wie eine Waldmutter empfahl, das Bündel auf den Rücken gehoben. Sie trippelte eine der Gassen hinab und wir troll- ten nach Hause. —
Etwas schüchtern barg ich meinen Vogel, als ich die Schwelle des Hauses überschritt, aus daß Vater und Mutter nichts merken möchten. Ich meldete mich, grüßte zum Abend und dann eilte ich an mein Kommodenfach in meiner Kammer, zog es auf, setzte meinen Vogel darein und gab ihm Semmelkrumen und Körner, was ich grade vorfand. Er schien sich in dem neuen Raume sogleich umsehen und ausbreiten zu wollen und wirklich — ich glaubte auch, es habe ihm gc-

