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Nie noch hatte ein Bibelwort, so zur rechten Zeit angebracht, solch' eine Wirkung auf mich geäußert. Nie noch hatte ich mehr gewußt, was Gewissenssturm hieße. Wie ein zerknicktes Rohr, an Muth und Hoffnung gebrochen, schlich ich in mein Bett. Ich fühlte, mir war Ruhe nöthig.
Milde, wohlthätige Nacht, die dem Erschöpften, dem Ruhelosen wenigstens eine kurze Zeit seinen Kummer vergessen läßt, sie sank hernieder aus mein Bett und obgleich ich anfangs kein Auge schließen konnte und alt' die Erlebnisse des Tages wirr an meinem fieberhaft aufgeregten Geiste vorüberzogen, endlich übermannte die Mattigkeit meiner Natur alle Hindernisse. Ich schlief ein, nachdem ich zum Schlüsse des Tages noch für mein Vöglein und für mich gebetet hatte.
Bald aber träumte ich einen bösen Traum. Gaukelbilder von sonderbarer Art erschienen dem Schläfer im Kinderbette. Ich sah mich selbst, mein andres Ich schlummernd daliegen; deutlich sah und borte ich die tiefen Athemzüge meines Ebenbildes. Eine sonderbare Bcängstigring bemächtigte sich meiner: da plötzlich bewegte sich ein langer Zug von Thieren auf mich zu. Sie kamen alle auö dem Walde hervor und war Groß und Klein, Geflügel und Vierfüßigcs unter ihnen.
Schwarz und weiß flatterte es vor meinen Augen und dazu rauschte es und schwirrte es, wie wenn der Herbststurm durch die Haare der Bäume fährt. Ich wußte nicbt, wie mir geschah. Ein stolzer Hahn mit rothem Kamm und Lappen mochte Herold und Kourier, Alles in Allem, sein. Der blies mit lautem Trompeten rufe den Hausen zusammen und seiner Fährte folgte man willig. Der rothe Busch auf seinem Haupte leuchtete dem Zuge und sein Krähen mußten die zum Wenigsten hören, die nichts sahen. Schwarze Raben, zu zwei und zwei abgetheilt, wie wenn die Kurrcndrschüler

