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meiner Vaterstadt Jemanden zur letzten Ruhe begleiteten, mit schwarzen Mäntelchen umhängen, kamen voraus. Dann folgten ein Chor bunter Drosseln mit beiseit gesetzten Flöten und Oboen; Aller Blicke waren aber auf mich gerichtet. Nebenher flatterten ganze Schwärme neugieriger Sperlinge, welche mit lautem Getöse, unsrer Straßen- jugcnd ähnlich, ihr Interesse an dem Trauerzuge bethätigten.
Dann erst folgte der Storch mit weingeröthetcm Munde und ebenso kupscrrother Nase, der dem Ganzen mit seiner weißen Halsbinde und den gravitätisch schreitenden Beinen einen würdevollen, ernsten Anstrich gab. Hinter ihm gingen zwei Trauermarschälle mit fliegenden Trauerfloren; es waren die Kiebitze. Alles sind Bekannte; alle hatten wir uns hundertmal gesehen; aber keiner zeigte mir ein freundliches Gesicht und das war'S eben, was mich so verstimmte.
Jetzt kam der Trauerwagen und zugleich flöteten vorn die Drosselchöre eine zarte Weise, die mir einem bekannten Trauermarsche ähnlich zu klingen schien. Auf dem Trauerwagen lag, in ein schwarzes Bahrtuch eingehüllt, eine todtblasse, ausgestreckte Vogelmutter; hinter ihr stand, mit Trauerkränzen verziert, ein Nestchcn, in dem drei junge weinende Vögcl saßen. In der ersten Kutsche dahinter saß der Vater und durch das geöffnete Fenster konnte man in sein trübes Auge schauen.
Hinterdrein kamen die nächsten Verwandten, lauter sonst muntre Sänger, gefahren und der übrige Troß ging zu Fuße nach. Ihr Führer war der Adler.
Da hielt der ganze Schwärm vor mir still. Der Adler mit steifer, weißer Krause, fast so, wie man sie in England früher trug, trat auf mich zu.
„Du bist der Friedensstörer einer ganzen, harmlosen Welt!" raunte er mich mit gewaltiger Stimme an und dazu spreizte er seine

