49
schien mir in die ungläubig blinzelnden Augen. Bekanntere Laute vernahm mein Ohr.
Der Vater stand neben meinem Bette; er frug mich, warum ich so unruhig träume. Darüber kam ich vollends zu mir. Freundlicher Sonnenschein glitt an meinen Fenstern vorüber: der Birnbaum vor dem Hause schlug mit seinen Zweigen pochend an die Scheiben, draußen sangen die Vöglein gar laut.
Ich habe dem Vater meinen bösen Traum erzählt lind meine Schuld gestanden. Er sah mich erst nur ernst an, dann sprach er: „Siehst Du, inein Kind, wie sich heimliche Schuld regt. Was wirft Du nun zu thun haben?" —
Sowie ich angekleidet war, ließ ich mein noch gar munteres Vöglein hinaus ins Freie; es flog trillernd in Jubelakkorden dem alten, schönen Walde zu und verschwand bald unter spielenden Schwär men seiner Brüder.
Nie aber bade ich den Traum vergessen können.
*
Die Kinderwelt.
Kenne einen schönen Garten, einen stillen, sel'gen Hain,
Ewig steht lind prangt und glänzt er nah' und fern im Sonnenschein; Und er ist der Muttererde und der Menschheit Paradies Und des Lebens gvld'nc Harfe tönt in ihm so rein und süß.
Lichtbilder. I. a

