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Scharfsinn übertraf, so sah sie neben ihrer Schwester nicht anders aus, als wie ein kleiner häßlicher Kobold, und Jedermann vernachlässigte sie.
Oft fragte fortan der König seine schöne und kluge Tochter bei wichtigen Angelegenheiten um ihre Meinung, und nicht selten versammelte er sogar seine Minister und Räthe in ihrem Zimmer, um die Angelegenheiten seines Reiches zu besprechen und zu ordnen. Diese Minister lauschten ihren Worten und folgten ihren Winken, denn sie sahen wohl ein, daß die Prinzessin viel klüger sei, als sie alle mit einander.
Das Gerücht von der glücklichen Veränderung verbreitete sich schnell weit umher, und aus allen benachbarten Königreichen kamen junge Prinzen und bewarben sich um die Hand der schönen und reizenden Prinzessin. Aber diese verschmähte sie alle; denn keiner von ihnen schien ihr klug genug, um würdig zu sein, ihre Hand zu empfangen.
Endlich aber nahte sich doch ein Prinz, der so reich, so schön, so klug und so geistreich war, daß die Prinzessin nicht umhin konnte, Wohlgefallen an ihm zu finden. Und als ihr Vater das bemerkte, da redete er ihr zu, den Prinzen ohne Zögern zu ihrem Gemahle zu erwählen, denn er fei überaus reich und mächtig. Aber die Prinzessin konnte trotz aller Klugheit nicht sogleich einen Entschluß fasien, und um Zeit zu gewinnen, sagte sie, daß sie die Sache reiflich bedenken und überlegen müsse. Das war der König zufrieden, und die Prinzessin ging hinaus in das Gehölz, und gelangte zufällig gerade an die Stelle, wo sie den Prinzen Richard zum ersten Mal gesehen hatte. Und

