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nerschaft erleiden. Bald aber gewöhnte sie sich hieran und bemühete sich nun so ernstlich, ihre Pflichten zu erfüllen, daß die Meierin sie unter ihren besonderen Schutz nahm. Sie trieb die Schafe aus, und schloß sie des Abends wieder in ihre Hürden ein; auch führte sie die Truthühner auf die Waide und sorgte mit so vielem Geschick für ihr Wohl, als ob sie von Jugend auf nichts Anderes gethan hätte. Alles, was sie angriff, gedieh sichtlich unter ihren Händen.
Eines Tages saß sie an einer klaren Quelle, wo sie recht oft ihren Schmerz, aus der Heimath vertrieben zu sein, in bittere Thränen ausströmte, und zufällig fiel ihr Auge auf die spiegelhelle Fläche des Büchleins. Da erblickte sie sich denn in ihrer häßlichen Eselshaut, und konnte es nicht ertragen, so entstellt zu sein. Sie warf die Haut ab, wusch sich Gesicht und Hände, und sah zu ihrer Wonne, daß ihre Haut augenblicklich weißer wie Elfenbein und rosiger wie eine Rose ward. In ihrer Freude darüber sprang sie in den Bach, nahm ein Bad und plätscherte eine ganze Weile lustig im Waffcr umher. Plötzlich aber fiel ihr ein, daß sie ja ihr altes Eselsfell wieder anlegen und in die Meierei zurückkehren müsse, und begab sich traurig wieder auf den Heimweg.
Am andern Morgen, als die Prinzessin in ihrem Kämmerlein erwachte, da dachte sie, daß heute ein Festtag sei, und bekam Lust, sich wieder einmal zu putzen und zu schmücken, wie daheim in dem königlichen Schlosse ihres Vaters. Gedacht, gethan! Mit dem Zauberstäbchen der Fee schlug sie auf den Boden, und augenblicklich stand das Kästchen mit ihren Kleinodien vor ihr. Da

