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sie wirklich der verbotenen Thüre wieder den Rücken. Aber drei Mal kehrte sie auch wieder zu ihr zurück, da sie ihre brennende Neugierde durchaus nicht zu überwältigen vermochte.
„Wer wird dir's denn ansehen, daß du im Zimmer gewesen bist?" fragte sie sich selbst. „Es wird ja nicht gleich das Leben kosten, wenn du einmal ungehorsam bist! Frisch vorwärts. So unrecht kann es ja nicht sein, einmal eine verbotene Thüre zu öffnen!"
Sie nahm den kleinen goldenen Schlüssel in die Hand, steckte ihn in das Schlüsselloch und drehte ihn um. Das Schloß knackte laut, und der Schrecken darüber fuhr ihr in alle Glieder, daß sie zitterte. Dennoch stieß sie die Thür auf und trat in das Gemach.
Anfänglich konnte sie Nichts sehen, denn die Fensterläden waren geschlossen und verdunkelten das ganze Zimmer. Als sich aber ihre Augen an die Finsterniß gewöhnt hatten, da sah sie zu ihrem Schrecken drei todte Frauen an der Wand aufgehängt, und sah den Fußboden voll von Blut, welches wie ein Spiegel die schauerlichen Gestalten der Todten im Bilde zurückstrahlte. Die Leichname aber waren die ersten Frauen Blaubart's, die er eine nach der andern gemordet und hier in der Blutkammer aufgehängt hatte.
Die ungehorsame und neugierige Frau stieß einen Schrei des Entsetzens aus, und der Schlüssel, welchen sie wieder aus dem Schlosse gezogen hatte, fiel ihr im ersten Schrecken aus der Hand und gerade in die Blutlache hinein. Halbtodt vor Furcht raffte sie ihn auf, stürzte aus der Kammer, schlug dir Thür dröhnend hinter sich zu, und floh athemlos in ihr eigenes

