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schwimmenden Bären rüsteten, drangen die zwei Vordersten auf die wüthende Bärin, der Eine mit der Flinte, der Andere mit dem drohend erhobenen Beile ein. Endlich sprang sie anf, ließ den geraubten Burschen, der todt schien, auf dem Eise liegen und entfloh hinter die Eisscholle, wo ihre Jungen lagen. Inzwischen war ich selbst mit noch mehreren Leuten nachgefolgt. Wir schössen die drei am Eise eben heraufsteigenden Bären nieder. Die zwei Jäger, welche die Bärin vertrieben hatten, hatten versucht, den auf dem Eise liegenden Burschen zum Leben zu bringen. Als dieß vergeblich schien, eilten sie der Bärin nach und ich folgte ihnen, um ihnen den Befehl zu geben, das arme Thier nicht weiter zu verfolgen. Aber es war zu spät. Eben, als ich in ihre Nähe kam, schoflen sie auf die Jungen hinein, um welche die Mutter sich zärtlich beschäftigte, obgleich sie schon, von der erstmals empfangenen Wunde heftig am linken Hinterfüße blutete. Die beiden Jungen waren tödtlich verwundet, und auch sie hatte ein zweiter Schuß zum zweitenmale verwundet. Trotz ihren eigenen Schmerzen stürzte sie jetzt zu ihren blutenden Kindern hin und jammerte und winselte so kläglich, daß Einem das Herz im Leibe erbebte, wenn man nicht ein rauher Grönländer war. Die arme Mutter konnte kaum noch sich aufrecht erhalten und gehen, und dennoch holte sie aus einer Eisgrnbe jetzt ein Stück Fisch hervor, das sie dort aufbewahrt hatte, wankte damit zu ihren Jungen hin, zerriß es in kleine
Stücke, und legte es ihnen vor, damit sie doch fressen sollten, ohne sich weiter um die grausamen Jäger zu bekümmern. Als aber die
blutende Mutter sah, daß sie nicht zngriffen, streckte sie ihre Tatzen erst nach dem einen und dann nach dem andern aus, liebkoste beide und suchte sie emporzurichten. Als aber die geliebten Kinder starr und steif niederstürzten und die Liebkosungen der Mutter nicht mehr beachteten, da richtete sich die gequälte Bärin anf und erhob das kläglichste Geheul, das schauerlich anf den Eisfeldern widerhallte. Mit der größten Anstrengung schleppte sie die Jungen ein paar Schritte fort und sah sich um, ob sie folgen würden. Als sie aber immer noch liegen blieben, kehrte sie wieder um, beroch sie, beleckte sie, untersuchte sie von allen Seiten mit der zärtlichsten Sorgfalt und unter leisem Winseln und Stöhnen. Endlich, als sie sah, daß sie todt waren und kalt und starr dalagen, erhob sie den Kopf, blickte drohend nach uns und dem Schiffe um, brüllte vor Wuth und Verzweiflung und stürzte sich endlich blind und toll auf uns los, die wir jetzt unserer Sechse waren, während Zwei sich mit dem Todtgeglaubten beschäftigten, der allmählich wieder zum Leben erwachte.
„Ich konnte das Elend und den Schmerz der armen Mutter selbst nicht mehr mit ansehen. „Macht ihren Leiden ein Ende!"
befahl ich, während ich mich umwandte und das Gesicht verhüllte. Drei Schüsse sielen und unter ihnen sank die schwcrmißhandelte Mutter
auf dem Eise nieder. Ihr letzter Blick soll auf ihre Jungen gerichtet gewesen sein."
Der Papa schwieg und erhob sich. Theodolinde und Henri schwiegen, und verließen schweigend und von wehmüthigen Gefühlen bewegt den llaräin des Plantes.
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