I Im Thiergarten zu Paris.

In Paris, der ungeheuren und glänzenden Hauptstadt Frankreichs, gibt es, nicht ferne van der Seine, welche die Stadt durchströmt, auf der südlichen Seite derselben, einen ungeheuer großen Thiergarten, den sie in Paris aber den Pflanzengarten O'aräin äes Planes) nennen. Dieser Garten ist einer der merkwürdigsten Plätze in der Welt; denn in ihm werden alle fremden Thiere ernährt, die es gibt, und zwar auf eine für den Besucher und die Thiere selbst möglichst angenehme Weise. Der Garten, der eine ungeheure Aus­dehnung hat und von unzähligen Wegen durchschlängelt wird, ist in Hunderte von kleineren runden oder ovalen Gärtchen eingetheilt, welche alle mit einem besondern, bald eisernen, bald hölzernen, Zaun umgeben sind. In diesen Gürten gehen die Thiere alte, die dort zu sehen sind, im Sommer frei umher. In der Mitte derselben ist in der Regel die Wohnung der Thiere, die meistens einem gothisch oder maurisch aus Hol; gebauten Stall ähnlich sieht. So wandelt man dort auf den schönsten Wegen und unter den herrlichsten Bäumen und Gebüschen unter einer reichen Thierwclt umher, die man sonst nur in Menagerien in eisernen Käfichten zu sehen bekommt und welche Tausende nur aus den Abbildungen in den Lehrbüchern der Naturgeschichte kennen. Nur die reißenden Thiere wohnen auch hier in steinernen Häusern und eisernen Gittern. Ein eigenes Haus, das einem runden Riesenkäficht von gegossenen Eiscnstangen gleicht, bewohnen gleich am Eingänge in den Garten die Affen, die zu Hunderten dort bei einander wohnend, einen wahren Höllcnspectakel aufführen. Air einer von schattigen Bäumen gezierten Stelle dieses Gartens gelangt man unter Anderem an große, tiefe, ganz mit Quadersteinen aus­gemauerte, länglich viereckige Gräben, die von einer breiten Mauer umgeben sind, auf welcher ein gußeisernes Geländer steht, über welches man bequem in die tief unten liegenden Gräben hinabschauen kann. Das ist die Wohnung der Bären. Der Graben, in welchem ber Eisbär wohnt, ist ganz mit Wasser angefüllt, damit er in demselben herumschwimmen kann. In der Mitte dieses großen Wasserbassins aber befindet sich ein Springqnell, dessen Strahl fort und fort frisches Wasser in das Bassin herabplätschert.

Dort am Geländer dieses Eisbären-Bassins stand ein elegant gekleideter Herr zwischen zwei gleich hübsch gekleideten Kindern, einem Knaben von zwölf und einem Mädchen von dreizehn Jahren. Alle drei schauten mit Lust zu dem Eisbären hinab, der sich eben im

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