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VI. Der verwegene William.
Wenn wir von Vorderindien, wo wir eine Tigcrjagd mit angesehen haben, auf einem Schiff gegen Sudwesten fahren würden, so kämen wir in das Land, aus welchem uns hier eine bunte Scene vorgeführt ist, nämlich in das Capland, das die südlichste Spitze von Afrika bildet, und in das Cap, d. h. in das Vorgebirge der guten Hoffnung auslüuft.
Dieses ganze Land steigt terrassenförmig von der am Meere gelegenen südlichen Spitze zu den inneren Hochebenen auf. Der südliche Theil des Landes ist voll Bergen und Thälern. Die drei höchsten, der Meeresküste am nächsten liegenden Berge sind der Tafelberg, der Teufelsbcrg und der Löwenberg. Die Thäler und alle bewässerten Gegenden des Landes sind sehr fruchtbar, besonders aber die Küstenstrecke. Die größten unter den zahlreichen Flüssen des Landes sind der Elephantenfluß und der Fischfluß; das Land ist nicht so furchtbar heiß, als es Manche sich irrthünilich vorstellen, denn es liegt schon außerhalb der heißen Zone; doch gibt es dort noch keinen Winter, sondern nur eine sehr stürmische mit heftigen Gewittern verbundene Regenzeit vom Mai bis September. Das Klima ist im Ganzen sehr warm. Die Trauben wachsen dort wild und der Kap wein wird sehr hoch geschützt. Alle europäischen Gctrcide- und Obstartcn wachsen dort vortrefflich, nur den Zwetschgen ist es zu warm. Die Palmen und das Bambusrohr sind auch dort zu Hause, besonders der Brodbanm, prachtvolle Blumen, aber auch gefährliche Giftpflanzen. Die dort einheimischen wilden Thiere sind Elephanten, Löwen, Panther, Hyänen, Schakals, Zebra's, Wölfe, Giraffen, Antilopen, Büffel, Affen, Strauße, Flamingo's, Löffelgänse, Schildkröten, Schlangen und das sonderbare Thier mit seinen Hautpanzern, das ihr hier auf dem Bilde seht, das Rhinoceros oder Nashorn. HauSthiere sind Rinder, Schafe, Pferde und Esel. An der Küste werden auch Wallfischc gefangen. Die Einwohner des Landes sind sehr verschiedener Art und ihr könnt sie hier auf dem Bilde in schöner Eintracht bei einander sehen. Holländer, Engländer, Deutsche, Reger und Hottentotten. Die Holländer haben seit 1660 das Land zuerst bevölkert, deßwegen besteht die Mehrzahl der dort wohnenden Kolonisten aus Holländern. Seit 1814 gehört das Eapland den Engländern und seitdem sind auch viele englische Kolonisten dort. Die alten Einwohner sind dort die nackten, braunen Hottentotten, die jetzt völlig frei und meistens im Dienste der Kolonisten leben, auch eigenen Landbesitz haben und größtentheils zum Christenthum bekehrt sind. Sie bestehen jedoch aus verschiedenen Völkerstümmen. Die einen ackerbautreibend, die andern nomadisirende Viehzüchter, die einen kräftig und schön gewachsen, die andern trüge und verküinmert in Armuth, die einen gebildet, friedlich und

