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und geduldig, dabei aber doch kriegerisch gesinnt. Ucbrigens sind sie Heiden, beten sogar Thiere, weiße Elephanten und Assen an und sind schwer zum Christenthum zu bekehren. Sie sind zwar ein geschcidtcs, gewcrbsames, fleißiges Bolk, lieben die Künste, die Wissenschaften und Gewerbe, haben viele Gelehrte unter sich, aber die höchste Weisheit fehlt ihnen doch, so lange sie nicht an das Evangelium glauben. Wie sie gekleidet sind, seht ihr hier auf dem Bilde. Dieses zeigt euch einen indischen Vornehmen, der sich mit seinen Leuten auf der Tigerjagd befindet.
Der Elephant scheint zwar ein sehr schwerfälliges Thier zu sein, aber sein Verstand, seine Gelehrigkeit und Sanftmuth übertrifft Alles, was man sich von menschlichen Eigenschaften an einem Thiere vorstellen kann. Er übertrifft sogar hierin den geschcidtcsten Affen, den Orangutang. Obgleich er plumpe Füße hat, ist sein Gang doch leicht, schnell und geschickt. Kann er doch sogar Seiltanzen lernen. Schon in dem alten Rom ließ ein römischer Ritter zu Kaiser Rero's Zeiten einen abgerichteten Elephanten auf dem Seil tanzen. Eine bewundernswürdige Stärke, Gelenkigkeit und Geschicklichkeit besitzt er in seinem Rüssel, der eigentlich seine Rase ist, den er aber wie eine Hand gebrauchen, mit dem er einen Baum ansreißcn, aber auch eine Radcl einfädeln kann. Von seiner Ueberlegung, seinem Verstände, seinem guten Gedächtnisse, seinem Edelmuth und seiner Treue werden viele rührende Beispiele erzählt.
Einer der einmal in die größte Wuth versetzt worden war und vor dem Alles flüchtete, was Füße zum Laufen hatte, wurde doch plötzlich sanftmüthig, als er das Kind einer Gärtnersfrau bemerkte, von der er täglich eine Handvoll Gemüse bekam, und setzte das Kind mit seinem Rüssel freundlich auf das Dach einer Krambude.
Ein anderer trug seinem Herrn einen kupfernen Kessel, der ein Loch hatte, zum Kupferschmid, und ließ ihn ausbessern; als aber
der Kupferschmid seine Sache schlecht gemacht hatte, kam er wieder »nd ging nicht von der Stelle, bis der Kessel recht gemacht war.
Ein dritter, ein junger Elephant, der in der Schlacht ain Ohr verwundet worden war, wollte sich nicht verbinden lassen, da hielt
ihn seine Mutter auf die Bitte des Wärters mit dem Rüssel zur Erde nieder, bis er verbunden war; und das that sie alle Tage,
bis er geheilt war.
Ein vierter, dem ein Kind zur Bewachung übergeben >var, zog es aus einer Pfütze, in die es gefallen war, und wusch es, da es mit Lehm und Koth überzogen war, vermittelst seines Rüssels, mit dem er Wasser einzog, durch Abspülen mit Wasser so lange, bis es rein war.
Daß der Elephant aber auch zugefügte Beleidigungen rächt, davon hat man gleichfalls Beispiele.
Ein Bauer auf der Insel Ceylon, wo es die größten und verständigsten Elephanten gibt, pflegte einem derselben, der jeden Abend an seiner Hausbank vorüberkam» wenn er zur Tränke ging, einige Feigenblätter zn geben. Einmal nun wickelte er ihm zum Spaß einen Stein in eines der Feigenblätter. Der Elephant nahm es freundlich an; als er aber beim Kauen auf den harten Stein

