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abgesehen von seiner Größe, von der Eidechse nur durch seine am Gaumen feslgewachsene Zunge. In dem weiten Rachen des Krokodils stehen an jedem Kiefer fünfzig bis sechzig spitzige Zähne, mit denen es die härtesten Knochen durchbeißt. Ein Reisender sah ein gefangenes Krokodil in einen eisernen Stab beißen, wobei ihm auf beiden Seiten ein Zahn absprang. Eine ungeheure Kraft hat es in seinem Schwänze. Derselbe Reisende sah ein Krokodil mit seinem Schweife drei Reger auf die Seite schlagen. Der ganze Rücken ist bis auf den Schwanz mit hornartigen Schuppenschildern bedeckt, die viereckig und so fest an einander gereiht sind, daß eine Flintenkugel davon abprallt. Diese Schuppen sind so hart, daß es mit dem stärksten Lanzenstoß nicht möglich ist, in eine ihrer Fugen einzudringen. Die Rubier und Reger essen das Fleisch des Krokodils, aber es hat einen so starken Moschusgeschmack, daß kein Europäer es ertragen kann. Diesen Geruch verbreitet es auch weit um sich her, wenn es erzürnt ist. Sein Gang auf dem Lande ist zwar sehr schnell, aber umwenden kann es sich nur schwerfällig und langsam, weßhalb ihm auch ein Mensch leicht entkommen kann, wenn es derselbe bei Zeiten bemerkt. Es verschont kein lebendes Geschöpf, dessen es sich bemächtigen kann. Es hat große, scharfe Augen mit runzligen Augenlidern. Nur die Bauchhaut desselben ist weich und leicht verwundbar. An den Borderfüßen hat es fünf Finger, an den Hintern vier Zehen, die durch eine Schwimmhaut verbunden sind; denn es gehört zu den Amphibien, d. h. zu denjenigen Thieren, die im Wasser und auf dem Lande leben können. Seine Farbe ist oben dunkelbraun und unten gelblich weiß. Es erreicht oft eine Länge von 25 30 Fuß. Die im Nil in Aegypten lebenden Krokodile gehören zu den größten. Im Winter sonnen sie sich auf den Sandinseln, im Sommer halten sie sich den Tag über im Wasser auf. Das Krokodil legt Eier in der Größe von Enteneiern und entsteht aus Eiern, welche das Weibchen in den Sand in zwei Fuß tiefe Löcher legt, in welchen sie innerhalb 25 30 Tagen von der Sonnenhitze ausgebrütet werden. Sie fürchten auch den Menschen nicht und suchen die Boote, in denen sie verfolgt werden, mit ihrem Schwänze umzuschlagen. Die Stimme des Krokodils ist eine Art von dumpfem Gebrüll, das man meistentheils nur des Nachts hört. Die Behauptung aber, daß es weinen könne, wie ein kleines Kind, und dieß oft thue, um mitleidige Menschen herbeizulocken und dann zu verschlingen, ist eine Fabel. Heuchlerische Thränen nannte man daher Krokodilsthränen. Aber das ist keine Fabel, sondern ein trauriger Beweis von dem menschlichen Sündenverderben, daß die Krokodile von den alten Aegyptern in Tempeln göttlich verehrt, von besondern Priestern mit Leckerbissen bedient, mit goldenen Ohrgehängen geschmückt und nach dem Tode königlich begraben wurden. Aus den Gräbern von Theben find schon Tausende von großen und kleinen Krokodilsmumien hervorgezogen worden. Selbst noch heutzutage wird es in mehreren Theilen von Hinterindien heilig gehalten und zu Gottesgerichten gebraucht, um über die Schuld oder Unschuld eines Verbrechers zu entscheiden, indem derselbe zu ihm in den Fluß oder Teich geworfen wird. Frißt es ihn, so ist er schuldig, frißt es ihn nicht, so gilt er für unschuldig.

Gerade dort, in Indien, nicht ferne von der großen indischen Stadt Calcutta, welche an einem Arme des Ganges, umgeben von prächtigen Landhäusern liegt, mit den Vorstädten 800,000 Einwohner hat, unter welchen 10,000 Europäer sind,