einem treuen Diener an, dessen Eltern in einem nahen Dorfe an der Waldgrenze wohnten. Dieser versprach, für Pferde zu sorgen, und bat flehentlich, den Grafen beglei- ten zu dürfen. Der Graf erlaubte das sehr gern, und in der nächsten Nacht, während die Feinde sich zum Sturm bereiteten, verließen Graf und Gräfin die Burg. Geld und Geschmeide hatten sie in ihren Kleidern verborgen; au­ßerdem trug der Gras seine Waffen, die Gräfin aber einen Korb, worin gut in Betten verpackt ihr Söhnchen lag, der kleine, erst drei Monat alte Bruno. Der treue Diener folgte, trug die zweijährige Gräfin Blanche und schleppte noch einen Mantelsack. Alö sie glücklich den Wald erreicht hatten, ging der Diener allein in das Dorf, und kam erst in der Morgendämmerung mit einem einzigen Pferde zu­rück. Es war freilich ein Lieblingspferd deö Grafen, was die treuen Vasallen eingefangen und versteckt hatten, allein wie sollten sie Alle damit fliehen und zwar eiligst, denn es nahte sich dem Walde ein feindliches Fähnlein. Da galt kein langes Besinnen; der Graf stieg auf, die Gräfin setzte sich hinter ihn, umschlang ihren Gemahl mit dem einen Arm, und hielt mit dem andern den Korb, worin klein Bruno schlief; aus dem Mantelsack ward recht viel herausgenom­men, bis er ganz dünn war, dann schnallte ihn der Diener am Sattelknopf fest und setzte Blanche darauf. So schie­den sie dankend von dem Zurückbleibenden und zagten da- von, so schnell das Pferd laufen konnte. Nach einer Stunde