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wuchs ihre Angst, sie hörten Hufschlag hinter sich, und der Waldbach vor ihnen war breit und strömte voll dahin. Waö hals'S, sie mußten hinüber; der Graf klopfte den Hals feines edlen Rosses, setzte ihm die Sporen ein, hielt die kleine Blanche fest, und mit einem kühnen Satze sprang das Thier glücklich anS jenseitige Ufer. Da tönte ein gellender Schrei in sein Ohr, und nur mit Mühe vermochte er seine Gemahlin auf dem Pferde zu erhalten, die mit sprachlosem Entsetzen nach dem Strome wies und ihren leeren Korb emporhielt. Der Sprung des Pferdes hatte den Korb so geschwenkt, daß daö Kind herausgefallen war; zwar mcht in den Strom, denn plötzlich war eine Wasserlilie hoch auf-' geschossen und hatte das Kind in ihrem Kelche aufgefangen. Aber schon tanzte sie in weiter Entfernung auf den Wellen, und eine feine Stimme rief wiederholt: „Entflieht geschwind, ich sorge sürö Kind." — Leider sahen sie auch schon die Waffen der Verfolger zwischen den Bäumen blitzen. In der Verzweiflung, sein Weib und das andere Kind auch noch zu verlieren, stürmte der Graf davon, und ruhte nicht eher, bis sein Schimmel beinahe vor Ermattung zusammenstürzte. Alles war still, die Verfolger hatten offenbar ihre Spur verloren oder aufgegeben, sie durften'S wagen, sich und dem Thiere Ruhe zu gönnen. Sie waren sehr, sehr traurig, und hätte der Graf nur irgend eine Hütte und gute Leute gefunden, zum Schutz für seine Gemahlin und die kleine Blanche, so wäre er sicher umgekehrt, den kleinen

