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schrie er erst ganz erbärmlich, die Lilie wiegle ihn aber so sanft, und die Stimme sang so lieblich, daß er am Ende einschlief. Die Lilie schwamm immer weiter mit ihm, den ganzen Tag und auch die Nacht hindurch. Gegen Morgen kamen sie bei einer prächtig grünen Wiese vorbei, auf der stand ein Hirtenhäuschen, so recht versteckt zwischen Büschen und Bäumen. Der Strom schwoll an und überschwemmte die Wiese dergestalt, daß die Lilie nah anü Häuschen schwim­men konnte. Hier ließ sie das Kind inS Gras niederglei­ten, der Strom kehrte in sein Bett zurück und die Lilie entfernte sich mit ihm. Klein Bruno lag kaum im feuchten Grase, als er erwachte, und schrie, was er konnte, denn er war sehr hungrig. Sein Geschrei erweckte die Bewohner des Häuschens aus ihrem Morgenschlas. Mehrere Köpfe fuhren an die Fensterchcn, bald darauf öffnete sich die Thür, eine freundliche Bauerfrau trat heraus, nahm das Kind in ihre Schürze und trug es ins Hauö, dessen Bewohner sich alle um den kleinen Schreihals versammelten. Was er wollte, das merkten sie bald, und eilten, ihm Milch zu ge­ben, die er sich trefflich schmecken ließ, als es erst der Frau Beata gelungen war, sie ihm nach Wunsch einzuflößen. Wer er sei und woher er komme, davon konnte er aller­dings keine Auskunft ertheilen; das einzige Kennzeichen war der Name Bruno, der in seinem feinen Hemdchen eingestickt war. Frau Beata, die keine Kinder hatte, bat ihren Mann, das Kind behalten zu dürfen, und Melchior sah es gern.